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Aquarieneinrichtung | 29.11.10

Aquascaping – uralte Philosophien mit neuem Schwung

Nanobecken. Garnelen. Trends machen selbst vor der Aquaristik nicht halt. Im selben Atemzug mit den soeben genannten wird häufig noch das Aquascaping als neuer Modestrom genannt. Die Contests in dieser Disziplin boomen. Zeit, dieses Aufsehen erregende Hobby näher vorzustellen...

1.Entwicklung
2.Philosophien
3.Einrichtung
4.Pflege
5.Ausblick

Ein Artikel von Mopani.

Aquascaping – uralte Philosophien mit neuem Schwung
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ein europäisches Nano-Aquascape

1.Entwicklung

Alles begann sozusagen in den Niederlanden: nicht nur Tulpenliebhaber kennen sie für den sprichwörtlichen „grünen Daumen“ ihrer Bewohner. Auch den Aquarianern ist der oranjefarbene Cambarellus patzcuarensis ein Begriff … oder aber das Holländische Pflanzenaquarium.Dieses besticht durch Farbenpracht und Gepflegtheit. Trick beim Hollandaquarium ist es, einander in Form und Farbe kontrastierende Pflanzengruppen zu setzen. Diese haben oft verschiedene Ansprüche, was bei der Pflege etwas Feingefühl fordert. Damit das Ganze auch ordentlich wirkt, sind Fische nur Nebensache und man wählt lieber ein größeres Aquarium.
Heutzutage kann man diese Farbwunder allerdings nur noch selten finden. Vermutlich ist der technische und pflegerische Aufwand zu groß in einer Zeit, in der alle von Wirtschafts- und Finanzkrise reden. Es sei angemerkt, dass damit der Wunsch nach schönen Aquarien, die einen Ausgleich zu diesem Pessimismus bieten, umso größer ist. Dies kam einer ganz anderen Entwicklung zu Gute, die in Asien, insbesondere Japan, ihren Lauf nahm. Schon mehrere tausend Jahre hatten die Asiaten damit verbracht, das Leben im Einklang mit der Natur zu definieren und daraus Richtlinien für das Leben mit ihr und in ihr abzuleiten. Sie schätzten die Schönheit unserer Erde und stellten sie gerne künstlerisch dar, in Form von Minilandschaften, speziell gestalteten Gärten oder Bonsai.
Gartengestaltung! Das brachte einen Japaner auf die Idee, die Merkmale eines zen-buddhistischen Steingartens auf die Aquarienanlage umzuwälzen. Seither ist Niigata, bekannt als Ursprungsort der Koizucht, auch Heimat des Aquascapings. Dort steht auch das Werk jenes Naturfotografen, der diese Entwicklung auf den Weg gebracht hat. Sicher kennt jeder, insbesondere der interessierte Leser, den Namen ohnehin. Doch in diesem Zusammenhang muss er nichtsdestotrotz fallen: TAKASHI AMANO. Er prägte und prägt den Stil des Aquascapings, gibt regelmäßig Seminare und das angesprochene Werk ist seine „Nature Aquarium Gallery“, in der er viele meisterhafte Scapes ausstellt. Auch eine eigene Marke trägt seinen Namen, ebenfalls jedermann für ihre Produkte extra für das Aquascaping bekannt. Und damit ist die Aufzählung nicht zu Ende: dadurch, dass Amano gerne Caridina multidentata in seine Aquascapes einsetzte, wurde die „Yamatonuma-Garnele“ ihm zu Ehren als Amano-Garnele bekannt und ist als interessanter Algenfresser sehr beliebt. Auch die Verwendung der Schwimmpflanze Riccia fluitans als Bodendecker ist eine Erfindung von Amano.
So kamen schnell viele Asiaten und auch mancher Europäer oder Amerikaner auf den Geschmack. Es gab schnell genügend glühende Fans des neuen Hobbys, die teilweise auch viel Potential mitbrachten. Um eine breite Masse anzusprechen, starteten bald erste Wettbewerbe im Aquascaping, die immer beliebter werden. Die Asiaten, aus deren Heimat ja die Kunst und die zur Anwendung kommenden Philosophien stammen, scheinen durch ihre Kenntnis von der Mentalität häufig einen Schritt voraus zu sein, während die westlichen Scaper ein etwas anderes Schönheitsempfinden haben und daher noch fleißig entwickeln. Schon jetzt kann man manch berühmten Namen hören: aus den Ländern der aufgehenden Sonne kennt man Gary Wu (China) oder Dave Chow (Hongkong), in Europa haben sich Oliver Knott (Deutschland) oder David Stas (Polen) hohe Ränge erarbeitet.
Noch gibt es in den „Abendländern“ nur wenige Produkte, die explizit aufs Aquascaping zugeschnitten sind, zu kaufen, doch ziehen die hiesigen Firmen mit Importen oder Tüfteleien nach. Man kann aber auch mit ganz gewöhnlichen, hochwertigen Materialien eine tolle Aquarienlandschaft erstellen: etwas Ideenreichtum und Intuition machen eine gute Gestaltung möglich, Steine aus dem Wald und Know-How bei der Pflege erledigen den Rest.
Weiterführender Link: [link]

2.Philosophien

Aquascaping heißt nicht einfach, ein Aquarium einzurichten. Es ist die Darstellung der Schönheit der Natur in Glasfassung. Man kann Ruhe und Kraft daraus schöpfen. Damit dies möglich ist, sollte man die dem zugrunde liegenden Philosophien kennen.
Sicher denkt nun so mancher, was denn bitte Feng-Shui und Co mit einem schönen Aquarium zu tun haben solle. Bei näherer Kenntnis der fernöstlichen Gedankengänge entpuppen sich diese jedoch gelegentlich als überraschend tiefgründig. Und die Ergebnisse sprechen für sich: wenn man sich in einem Internetforum Diskussionen über Aquascapes durchliest kommt etwa ein Kritiker auf mindestens zehn Schreiber, die die Erschaffer der Becken bewundern, ohne näher mit dem Aquascaping bewandert zu sein.
Aquascaper sprechen viel vom Wabi-Sabi, das sie in jedem Becken auszudrücken versuchen. In einer guten Umsetzung soll man Klarheit Rhythmus, Kraft und Ruhe erkennen. Es hat eher simple Strukturen und trotz der Kontraste zwischen den Einrichtungsgegenständen und Pflanzen untereinander herrscht eine Balance zwischen ihnen.
Dies kann man durch einen stufenweisen Aufbau und das planvolle Vermischen der Pflanzenarten ineinander anstreben. Und dies ist die wahre Kunst am Naturaquarium. Ich konnte übrigens feststellen, dass das Aquascaping zwar scheinbar aus der buddhistischen Gartengestaltung hervorgegangen ist, dafür aber nicht die Regeln des Feng-Shui so beachtet, wie man sie bei Gärten einhält. Hier halte man sich also lieber an Wabi-Sabi und Zen.
Übrigens muss man nicht unbedingt wie ein Buddhist scapen! Insbesondere Europäer malen lieber ein "lebendiges Bild".
Die wichtigsten Kriterien nochmals zusammengefasst: klare Strukturen, nicht zu viele Pflanzenarten, charakteristisch angeordnete Steine. So zumindest die Urform mit ihrer besonderen Reinheit und Klarheit. Besonders Abendlandbewohner scapen aber auch gerne wild und bunt.
Stilbrüche sind auch keineswegs zu verteufeln. So bleibt unser Hobby spannend.
Bei alledem darf man aber nicht vernachlässigen, dass die ins Becken einziehenden Tiere und Pflanzen noch immer eine vollkommen artgerechte Versorgung benötigen. Geht es ihnen nicht gut, wird man auch am restlichen Aquascape wenig Freude haben. In diesem Ökosystem im Kleinen arbeitet nämlich alles Hand in Hand und es gibt zahlreiche Stoffkreisläufe, die funktionieren müssen. Fällt ein Faktor aus, ist die Biologie gestört.
Manche Arten wie große Welse oder Schwarzwasserfische sind also eventuell problematisch für ein Scape.
Weiterführender Link: (englisch)[link]

3.Einrichtung

Im Grunde wird ein Naturaquarium auch nicht anders eingerichtet als ein anderes Aquarium auch. Doch erfolgt die Gestaltung orientiert an speziellen Richtlinien.
Außerdem liegt der Bedarf an Licht, Nährstoffen und CO2 oft wesentlich höher.
Schon verrückt für manchen Normalaquarianer, dass er ein schönes 54-Liter-Becken mit einer T8-Leuchtstoffröhre erfolgreich betreiben kann, während dagegen der Aquascaper hierüber den Kopf schüttelt und das unschuldige kleine Aquarium mit bis zu astronomischen fünf Röhren höchster Wattzahl in Kombination mit moderner Lichttechnik bestrahlt. Alles für den perfekten Moment. Doch man vergesse nicht, dass es auch weniger lichtbedürftige Wasserpflanzen gibt, die auch mit sehr geringer Beleuchtung gedeihen. Durch ihren häufig langsameren Wuchs machen sie zudem weniger Arbeit.
Ganz am Anfang - und noch vor solchen Umsetzungsgedanken - steht aber die Idee. Kurze Wiederholung: ein Aquascape ist der Natur nachempfunden. Ob das nun typisch eine Überwasserszenerie oder eine harmonische Verarbeitung der Steinformationen in einem Bach darstellt - das Motto heißt immer „Raus in die Natur!“. Es gilt, Inspiration durch Beachtung der schönsten Details zu finden. Hierfür braucht es lediglich eine naturbelassene Landschaft und Fantasie.
Letztere, weil man nämlich nicht kopieren , sondern seine Beobachtung als Ansatzpunkt nehmen und dann die eigene Kreativität spielen lassen will.
So wird Aquascaping zur Kunst. Es ist wie das Malen eines Stilllebens.
Am leichtesten dürfte sich Inspiration im Wald finden. Etwas aufwendiger sind ganze Gebirgslandschaften. Für Anfänger wie Profi tun es aber auch kleinere Ausschnitte wie ein Baumstamm mit etwas Moos und Farn.
Natürlich, je mehr dargestellt werden soll, desto höher seien die Beckenvolumina. Doch immer wieder kann man nur staunen, wie viel mehr Weite manche Scaper in ein kleines Aquarium zaubern können. Probierfreudige gewinnen!
Idealerweise macht es irgendwann „Klick!“ und man hat plötzlich eine klare Vision eines Aquariums vor Augen, die man niederschreiben sollte. So behält man alles im Kopf und kann ganz gezielt passende Dekorationsstücke und sonstige Ausstattung suchen.
De Anfänger wird bei der Betrachtung manches Meisterwerks auf den ersten Blick folgender Satz in den Sinn kommen: „So eines hätte ich auch gerne im Wohnzimmer!“. Gelegentlich erwächst daraus die Idee, dieses Scape doch einfach nachzubauen. Doch ist das tatsächlich die beste Methode zum Sammeln von Erfahrungen?
Ein sicheres Erfolgsrezept ist die Nachahmung sicher nicht. So genau wird sie nie sein und jedes Aquarium ist ein individuelles System. Nichtsdestotrotz kann man mit etwas Vorwissen die Voraussetzungen des Vorbildes durchaus als Schlüssel zu einem attraktiven Becken in der Hand halten. Warum nicht die schönsten Elemente mehrerer Scapes desselben Stils miteinander kombinieren?
Oder das Ausgangsmaterial mit eigenen Vorstellungen ummodeln und erweitern?
Es gibt unzählige Wege zum Scape. Am schwierigsten dürfte es sich daher gestalten, das richtige Vorbild überhaupt erst zu finden, das zu den eigenen Voraussetzungen und Vorstellungen perfekt passt. Bei besonders künstlerischen Becken kann es auch problematisch sein, die Pflanzen und Materialien zu finden und die oft schwierigen Kombinationen erfolgreich zu pflegen.
Für das Herausarbeiten des Konzepts kann man sich Zeit lassen und verschiedene Möglichkeiten ausloten. Es gibt aber auch Aquarianer, die ihren Plan in Minutenschnelle gefasst haben. Man sollte hierbei durchaus auf das Bauchgefühl hören, umso natürlicher und ungezwungener sieht es später aus. Dann kann man den Gestaltungsplan schließlich in die Tat umsetzen.
Es ist empfehlenswert, die gesamte Einrichtung nach einer dieser Varianten auszurichten: Hügelform, U-Form oder Pyramidenform. Beim Hügel steigt der Aufbau der gesamten Einrichtung und Pflanzen zu einem zentralen Punkt im Aquarium. Dort wird ein Blickfang platziert. Dies ist eine eher anspruchsvolle Methode, da dieser Hügel dann wirklich im Focus steht und daher sorgfältig gestaltet werden muss.
Die U-Form hat an genau dem Punkt, wo anderenfalls der „Hügel“ wäre, ihren tiefsten Punkt und steigt im Verhältnis 1:2 nach beiden Aquarienseiten an.
Die Pyramide ist in ihrer Gestaltung nach einer Seite ausgerichtet.
Der zentrale Punkt, gerade angesprochen, ist durch den Goldenen Schnitt zu ermitteln: Beckenlänge geteilt durch 13 und dann mal 8. Die Differenz der beiden Ergebnisse lokalisiert den Goldenen Schnitt, einen perfekten Punkt für einen Blickfang. Man muss sich jedoch nicht zentimetergenau daran halten.
Im Grunde verwenden Aquascaper gewöhnliche Aquarien, achten aber auf eine möglichst große Tiefe, da es sich dann leichter scapen lässt. Auch eine Perspektivenwirkung ist so gut zu erzielen. Wen würde das nicht freuen?
Nun den genauen Aufstellungsvorgang zu schildern hieße Eulen nach Athen zu tragen, es verhält sich schlichtweg wie bei einem normalen Becken.
Bei der Rückwand hingegen scheiden sich wiederum die Vorstellungen:
anstatt der optisch einengenden 3-D-Rückwände oder der kitschig-aufdringlichen Folien setzt man beim Naturaquarium auf Blau, Schwarz oder Milchglaslook. Besonders das leichte Durchschimmern bei letzterem schafft eine schöne Tiefenwirkung. Blau ist ein guter Mittelweg, sollte aber nicht zu grell sein, da es sonst kitschig wirkt. Schwarz schließlich schafft eine schummrige Atmosphäre und schluckt überflüssiges Licht. Dafür kann es die Illusion der ewigen Weite beschneiden.

Bleiben wir bei den Farben und widmen uns dem Bodengrund. Hier gibt es zahlreiche „Soils“, die aus Japan importiert werden und aus granulierter Erde bestehen. Damit ist der Bodengrunddünger schon inbegriffen, doch dazu später.
Natürlich variiert die Färbung dieser speziellen Aquascaping-Substrate zwischen verschiedenen Brauntönen. Diese Farbe wirkt harmonisch und passt zum Grün der Pflanzen. Doch fast noch reizvoller ist es, verschiedene Töne zu mischen. Denn wo in der Natur ist der Boden schon uniform? Hier muss man nach dem eigenen Geschmack gehen und ans Konzept denken. Selbstredend sind unnatürliche Farben wie Rot oder Gelb kaum geeignet. Helle Substrate hingegen verstärken die Tiefenwirkung. Manchmal werden daher Sandstraßen angelegt, indem während des Einfüllens eine Barriere zwischen beiden Soils eingebracht wird. Diese Straßen werden perspektivisch vorne breiter, was auf einer optischen Täuschung beruht: in der Entfernung scheint alles kleiner zu werden. Mit diesem Effekt kann man spielen und die Sandstraße lenkt den Blick „ in die Ferne“. Man sollte sie jedoch nicht genau in die Mitte setzen, das „zerschneidet“ das Bild. Natürlich wird die Sandstraße auch nicht bepflanzt, was optische Gründe hat. Ideal für Pflanzen ist außerdem eine mittlere bis feine Körnung. Der Hauptbodengrund wird je nach Konzept eingebracht, sei es nun eine Pyramidenform oder ein U-Aufbau. Je nachdem, ob tiefwurzelnde Pflanzen wie Cryptocoryne-Wasserkelche gepflegt werden sollen oder ob man ein besonders ausgeprägtes Relief wünscht, wird er dementsprechend höher bemessen.
Mit dem Soil hat das sogenannte Hardscape bereits begonnen. Ab hier muss also alles perfekt sein. Daher verwenden die meisten Profis gerne „Sand-Flattener“, die zum Glätten und Verteilen des Substrats gedacht sind. Gemäß mancher sparsamerer Stimmen tut es jedoch auch ein Geodreieck oder eine feinfühlige Hand.

Auf dem Bodengrund baut man nun die Dekoration auf. Im Gegensatz zum Holländischen Pflanzenaquarium spielt sie hier eine absolute Schlüsselrolle.
Wie im gewöhnlichen Aquarium kommen hier Wurzelholz und Steine in Frage, dazu manche Plastikgegenstände für außergewöhnliche Layouts. So eröffnet sich dem Aquarianer eine unüberschaubare Anzahl unterschiedlicher Formen und Spielarten.

Einer der ursprünglichsten Stile ist das Iwagumi. Es ist aus der buddhistischen Gartengestaltung hervorgegangen. Ganz besonders beim Iwagumi erlebt man Würde und Ruhe. Die Zeit scheint richtiggehend stehenzubleiben. Besonders charakteristisch sind die klaren Strukturen, doch idealerweise spürt der extrovertierte Betrachter dennoch eine gewisse Kraft fließen.
Die angesprochenen simplen Linien können das Iwagumi zu einer guten Einstiegslösung machen, da sie sich leicht gestalten lassen. Dafür wirkt das Ganze dann unter Umständen nicht sehr spektakulär und ein Becken ähnelt dem anderen. Diese Monotonität kann man aber durch die Auswahl besonderen Gesteins oder spezieller Pflanzen brechen. Einen Versuch ist es wert!
Steine finden sich sowieso überall. Bei zerklüfteten Brocken bieten sich gebirgsartige Aufbauten geradezu an, aber auch aus runden Kieseln kann man etwas machen. Grundsätzlich arrangiert man einen Hauptstein, den Chuusonseki, und weitere Nebensteine, in Japan als Kyoujiseki bezeichnet. Der Zentralstein ist der Blickfang und stellt Buddha dar. Man kann ihm je nach Wunsch und Verfügbarkeit beliebig viele Steine zugesellen. Es sollte am Ende jedoch eine ungerade Anzahl ins Layout involviert sein, sonst ist es zu gleichförmig und damit unnatürlich. Da die Kyoujiseki dem Chuusonseki untergeordnet sind, sollten sie kleiner und unauffälliger sein, damit der Blick des Betrachters wie gewünscht gelenkt wird. Man wird in diesem Bestreben auch nur wenige, klein bleibende Pflanzenarten auswählen und die Steine nicht mit Moos oder dergleichen begrünen. Sie sollten übrigens von derselben Sorte sein, sonst ergibt sich im schlimmsten Fall ein wildes Durcheinander, das das Auge zur Verzweiflung treibt. Um dies zu verhindern, mildert man den Kontrast der Steine mit den Pflanzen durch kleinere Stücke außerdem ab. Das kann bis zum kleinsten Kiesel reichen. Perfektionismus ist alles!

Aus Wurzeln kann man ebenfalls viel machen. Die großen Meister verwenden am liebsten feingliedrige Stücke Moorkienholz, die sich dem Betrachter scheinbar entgegenranken. Doch ist jede Wurzel ein Unikat und man muss mitunter lange nach dem perfekten Stück suchen oder es mit Kabelbindern zusammenstellen.Viele Scaper legen sich daher regelrechte Arsenale an, die sie ergänzen und vergrößern, wenn ihnen ein schönes Stück ins Auge fällt. Im Grunde kann man aber auch mit jedem Teil tolle Landschaften gestalten. Takashi Amano soll seine Seminarteilnehmer aus einem Berg von Dekorationsstücken die schönsten aussuchen lassen. Dann dürfen sie mit dem Rest scapen. Generell wird man aber natürlich stets eine Dekoration aus Gestein und Holz mit hohem Einzelpotential anstreben.
Wurzeln uns Steine werden leicht in den Bodengrund gedrückt und dieser im Anchluss wieder sorgfältig glattgestrichen. Ganz große Felsen legt man wegen ihres Gewichts und als Schutz vor Kippen jedoch besser auf ein Plastikgitter auf die Bodenscheibe auf.
Wie schon gesagt, führen viele Wege nach Rom.So wäre auch ein Layout mit einer beispielsweise an Angelschnüren scheinbar „schwebenden“ Wurzel denkbar, und, und, und...
Ebenfalls gute Dekorationsmöglichkeiten in Kombination mit Steinen und Holz bieten Aufsitzerpflanzen wie Bolbitis, Microsorum oder Moose. Sie werden auf möglichst etwas rauhe Dekorationsstücke aufgebunden und wachsen dort fest.
Dies eröffnet die Möglichkeit, ein überraschendes und stimulierendes Becken zu schaffen. Wabi-Sabi in seiner schönsten Form. Die Pflanzen mildern zudem den starken Kontrast zwischen Hardscape und im Boden wurzelnden Pflanzen ab.

Und damit sind wir beim zweiten wichtigen Punkt der Gestaltung angekommen: dem Softscape, also der Bepflanzung.
Pauschal kann man eigentlich jede Art verwenden, doch gibt es speziell für das Aquascaping eingesetzte Pflanzen und solche, die hierfür nicht uneingeschränkt zu empfehlen sind.
In der letzten Zeit gelangen durch den Boom zum Gestalten mit Pflanzen zahlreiche Neuzüchtungen und Importe, die teilweise zu Recht Aufsehen erregen. Man denke nur an Hygrophila pinnatifida, der sicher einen steilen Beliebtheitsaufstieg hinlegen wird.

Grundsätzlich gehören höherwüchsige Spezies nach hinten und an den Rand. Sodann schafft man einen möglichst sanften Abstieg bis zum Vordergrund. Auffällige hohe Pflanzen, etwa rot gefärbte, sind natürlich für den Blickfang prädestiniert und dürfen durchaus auch in die Mitte, wo sonst nur kleinere Pflanzen etwas verloren haben.
Ansonsten ist erlaubt, was gefällt. Man kann dem Scape schön seinen Stempel aufdrücken, wenn man unterschiedliche Farben und Formen kombiniert. Ein ausgewogenes Layout in dieser Hinsicht zu scapen ist die Herausforderung, die einen „Meister“ ausmacht.
Doch auch Freiflächen einzubauen ist lohnend. Durch sie wirkt das Becken gleich viel größer und eine in den Freiraum ragende Solitärpflanze fesselt den Blick umso stärker.
Die Auswahl der Sorten hängt vom gedachten Konzept und den Gegebenheiten ab. Wer beispielsweise über eine starke Beleuchtung verfügt, kann lichthungrige Stängelpflanzen wählen. Wenn man weniger Zeit zur Verfügung hat, kann man Moose und Farne dominieren lassen. Warum nicht noch mit einem Spot auf eine Rotala herrliche Effekte und Lichtspiele schaffen?
Besonders bei kleinen Vordergrundpflanzen erfreut sich die Pflanzpinzette besonderer Beliebtheit, ja, von vielen wird sie gar als unentbehrlich angesehen. Angesichts mancher Layouts ist dies durchaus begründet und einleuchtend. Zum Trimmen des Softscapes bietet sich zudem noch eine der ebenfalls nicht grundlos angebotenen Scheren mit langem Stiel an.
Die so gewährleistete Pflanzenpflege stellt einen meditativen Aspekt des Naturaquariums: die Beobachtung und Beeinflussung seiner Entwicklung. An ihr mitzuwirken kann eine befriedigende Beschäftigung sein. Doch bei manchen Pflanzenarten wird sie zur lästigen Sisyphus-Arbeit: Sorten wie Glossostigma wachsen wie Unkraut und müssen beinahe wöchentlich stark zurückgestutzt werden. Man kann sich aber damit trösten, dass sie offensichtlich gute Lebensbedingungen vorfinden, sonst wüchsen sie nicht so willig. Wie man diese schafft, sei noch bis „Pflege“ hinausgezögert.

Das Layout des neuen Aquascapes ist nun eigentlich beendet. Doch ein Aquascaper wäre kein Aquascaper, fände er nicht noch eine Lösung, einen drauf zu setzen und sein Werk zu perfektionieren. Das ist das Schöne am Hobby Aquaristik: es lebt! Es gibt immer etwas zu tun. Alles im Fluss.
Weiteres Leben neben den Pflanzen bringen Tiere. Fische und Wirbellose sind nicht umsonst Hauptobjekt der gesamten Sparte. Im Aquascape gehen sie zwar etwas nebenbei, aber genießen dennoch einen wichtigen Sonderstatus.
Nach dem Scapen folgt zunächst aber eine Einlaufphase. Bis zu ihrem Ende kann man sich bereits eine ins Konzept passende Art aussuchen. Wer beispielsweise eine Waldlichtung am Abend nachstellen will, kann Fische in den Farben der Abendsonne wählen.
Der Glühlichtsalmler leuchtet in unserem Beispiel bei der schummrigen Beleuchtung am „Abend“ richtiggehend heraus. Besonders passend sind die ruhigen und dynamischen Bewegungen mancher Salmler oder Bärblinge. Doch Vorsicht: nicht jede Art ist ein echter Schwarmfisch! Der Glühlichtsalmler hat kein perfektes Schwarmverhalten. Dennoch ist er sicher keine schlechte Wahl in unserem Beispiel.
Prinzipiell sind jedoch alle persönlichen Lieblinge des Scapers auch möglich und lockern die oft etwas einheitlichen Besatzideen der Szene auf.
Solange, das muss in diesem Zusammenhang nochmals betont werden, sie artgerecht gehalten werden. Für den versteckliebenden Kampffisch etwa ist ein Iwagumi nach klassischer Art wohl kaum das perfekte Heim. Auch ein Blick auf Wasserwerte und Beckengröße sollte vor der Auswahl getan sein.
Nun ist das Aquascape endgültig fertiggestellt.
Fehlt nur noch ein passender Titel. Die Profis nehmen gerne englische Überschriften, insbesondere, wenn sie an einem internationalen Wettbewerb teilnehmen möchten. Denn der Titel soll verständlich sein. Prägnanz ist wichtig, er soll dem Betrachter die Intention des Gestalters näherbringen.
Weiterführender Link: [link]

4.Pflege

Doch natürlich endet damit die Geschichte nicht. Man kann ein solches Aquarium über Jahre hinweg unterhalten. Hierbei gilt, dass die Pflazen wesentlich zu einem gesunden und stabilen Milieu beitragen können. Somit ist es klug, ihr Wohlbefinden und ihre Gesundheit sicherzustellen. Sonst ist die Optik ohnehin „im Eimer“.
Hierbei spielen mehrere Faktoren eine Rolle: Licht, Nährstoffversorgung und CO2-Gehalt des Wassers. Diese drei wirken auch zusammen. Pflanzen betreiben Photosynthese: sie wandeln mithilfe von Lichtenergie Wasser und Kohlenstoffdioxid, also CO2, in Traubenzucker und Sauerstoff um. Licht und CO2 müssen also zugeführt werden. Hierfür bietet der Handel verschiedenste Technologien an, deren Aufzählung bis ins kleinste Detail den Rahmen aber sprengen würde. Bei der Beleuchtung kennt man Leuchtröhren, HQI-Leuchten und die neuen LED-Module. Erstere werden wiederum in T8 und T5 unterschieden. T5-Röhren sind dünner und effizienter. HQI-Beleuchtungen sorgen für intensive und naturnahe Hängebeleuchtung in nicht abgedeckten Aquarien. Die LED-Technik steht noch am Anfang ihrer Entwicklung und ist daher wenig verbreitet und teuer. Sie besticht jedoch durch viele Steuerungs- und Kombinationsmöglichkeiten. So lassen sich ganze Tagesszenarien vortäuschen.
Fürs Aquascape kann man sich die bei allen Leuchtmitteln verschieden erhältlichen Lichtfarben zunutze machen. Hierzu gibt es sehr viele Produktnformationen der Hersteller und dementsprechend groß sind auch die Möglichkeiten.
CO2-Düngung ist der zweite Gedanke nach der Beleuchtung. Denn je mehr sie wachsen und Licht erhalten, desto mehr CO2 können Pflanzen auch binden. Doch meist ist es in zu geringer Menge im Leitungswasser enthalten, sodass es zugeführt werden muss. Auch hier gibt es viele Methoden der Einspeisung, sodass man nicht viel falsch machen kann.
Filter und Heizer werden wie bei einem gewöhnlichen Aquarium behandelt und bei der Betrachtung des Gesamtwerks ignoriert oder als lebensspendende Elemente anerkannt. Natürlich ist es toll, sie mit Pflanzen oder Einrichtungsgegenständen zu verdecken. Will man an einem Wettbewerb, bei dem ein Foto eingesendet wird, teilnehmen, wird die technische Ausstattung für den Moment der Aufnahme aus dem Behälter entfernt.
Und dann kann man noch etwas für die Pflanzen tun: um Mangelerscheinungen vorzubeugen, führt man Nährstoffe zu. Im Handel sind ungezählte Präparate, Tabletten und Kugeln erhältlich. Doch braucht man das wirklich alles? Begünstigt so eine üppige Düngung nicht die ungeliebten Algen?
Alles beginnt schon im Bodengrund: mit dem Bodengrunddünger. Manche Produkte bringt man flächig als Schicht unter dem Kies ein, ander Aquarianer bevorzugen Düngetabs zur gezielteren Handhabung. Als Alternative ist Ton zu empfehlen, der nach Bedarf Nährstoffe abgibt.
Ansonsten kennt man zwei wichtige Düngekonzepte: PoorMan´sDosingDrops (PMDD) oder Estimative Index.
Ersteres System will Algen in Zaum halten, indem man die Pflanzen in gutem Zustand hält. Damit es keinen limitierenden Stoff hierfür gibt, werden alle möglichen Nährstoffe in geringerer Menge zugegeben. Somit wird der Pflanzenwuchs aber nicht allzu kräftig. Daher benötigt man eine weniger starke CO2-Düngung. Im Endeffekt also ein einfaches System.
Estimative Index geht mit Düngemitteln verschwenderischer um. Man gibt sie ganz nach Gefühl zu. Das Zuviel wird durch starke wöchentliche Teilwasserwechsel aus dem Nährstoffkreislauf entfernt, damit es nicht Algen begünstigt. Man düngt soviel, wie die Pflanzen maximal verwerten können. Das wird schlichtweg durch Probieren abgeschätzt.
Wie bekommt man nun für die Düngemethode seiner Wahl den richtigen Dünger? Profis stellen ihn sich im Chemikalienhandel zusammen. Man hat sein eigenes Rezept und mischt es aus Grundstoffen wie Kaliumnitrat, Bittersalz oder Kaliumdihydrogenphosphat. Der Normalaquarianer wird sich lieber mit gewöhnlichen Flüssigdüngern behelfen.
Nirgendswo sonst in der Aquascapingszene gibt es wohl mehr Kontroversen.

Wenn nun also die Pflanzen gut wachsen, wird man die gewünschten Konturen des Scapes durch Rückschnitt erhalten müssen. Nach einem solchen verzweigen sich außerdem viele Stängelpflanzen besser. Die alten, vergeilten, unteren Stängelteile werden entfernt und die oberen Triebe stattdessen wieder eingepflanzt. Kleine Teilchen, die nach einem solchen Auslichten an der Wasseroberfläche schwimmen, werden mit einem Kescher entfernt.
Außer all dem muss natürlich gefüttert, Wasser gewechselt und täglich die Funktion der Geräte und die Gesundheit von Fischen und Pflanzen kontrolliert werden. Ein Aquascape ist schließlich ein Aquarium.

5.Ausblick

Bei Erstellung und Pflege ihrer Kreationen legen viele Aquascaper eine sehr bezeichnende und wichtige Eigenschaft an den Tag: eine gehörige Portion Perfektionismus. Das Scape soll stets möglichst optimal aussehen. Diese Eigenschaft kann auch der Hobbygestalter herauskehren und sich gelegentlich überlegen, wie man die Erscheinung des Aquariums verbessern könnte. Zu vie Gepfusche aber schadet nur der Stabilität des Systems: never change an running system! Man benötigt auch Geduld und Zeit.
Dass man den Ehrgeiz, alle zu optimieren sieht, ist eines der Kennmerkmale des Naturaquariums: jeder merkt, dass das für sich sprechende Ergebnis viel Planungs- und pflegerische Arbeit erfordert hat. Wohlüberlegt und doch unbeschwert und natürlich ist der Anspruch.
Wie unter „Philosophien“ und „Einrichtung“ beschrieben, kennt man im Aquascaping Prinzipien, die einzuhalten sicher zumindest für Beginner der richtige Weg ist. Mit der Zeit erhält man ein Gespür dafür, was attraktiv aussehen dürfte. Doch darf hinter all diesen Richtlinien die Kreativiät nicht zurückstehen. Etwas Neues ist nur durch Abweichung vom Altbewährten zu erschaffen. So bleibt das Hobby spannend.
Neue Wege zu beschreiten bietet eine große Herausforderung, die sozusagen süchtig macht. Mit zunehmender Übung darin werden Dekoration und Bepflanzung feiner und detailierter.
Übung macht den Meister und probieren geht über studieren.

Man sollte sich bemühen, nicht gleich zu viele verschiedene Elemente in einem definierten Raum ausdrücken zu wollen, andererseits sollte das Becken ausgewogen bepflanzt sein und nicht langweilig werden.
Hier ist also etwas schöpferisches Geschick gefragt.

Das Aquarium längst möglich zu erhalten und die Entwicklung dieses Lebens im Glas zu beobachten gehört dazu. Man erhält ein neues Verständnis für die Schönheit unseres Ökosystems. Die Natur ist schön. Sie zu erhalten muss höchste Priorität haben. Das als kleinen Appell nebenbei.
Und wie wird sich diese Sicht auf die Natur, das Aquascaping, nun entwickeln?
Vermutlich wird die Beliebtheit solches Zimmerschmucks weiter steigen.
Bleibt noch die Frage, warum es nur so wenig erfolgreiche Aquascaperinnen gibt?! Aber vielleicht hilft ja dieser Artikel, dieses schöne Hobby etwas zugänglicher zu machen...
Es gibt so viel auszuprobieren und zu erforschen!

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Hier noch einige typische Aquascaping-Arten:
Pflanzen:

Hemianthus callitrichoides [link]
Glossostigma elatinoides [link]
Microsorum pteropus [link]
Pogostemon helferi [link]
Rotala rotundifolia [link]
Riccia fluitans [link]
Anubias barteri var. nana [link]
Micranthemum micranthemoides [link]
Taxiphyllum barbieri [link]
Riccardia chamaedryfolia [link]

Fische:

Hyphessobrycon amandae [link]
Paracheirodon axelrodi [link]
Paracheirodon simulans [link]
Trigonostigma espei [link]
Trigonostigma heteromorpha [link]
Neocaridina heteropoda "Red" [link]
Caridina multidentata [link]
Phenacogrammus interruptus [link]
Hemigrammus bleheri [link]
Pterophyllum scalare [link]



Fischige Grüße von Mopani!

Bildquelle: aquakollege

Durchschnittliche Bewertung: 10.0 von 10 Punkten - 1 Stimmen

Kommentare

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Kommentar

» Gepostet von Mopani, 01.12.10, 14:29

Danke Blacky!
Vielleicht könnte ein Mod seinen Nachtrag einbauen?
vg


Kommentar

» Gepostet von Blacky, 30.11.10, 22:15

Moin,
Aquascaping oder Naturaquaristik ist sicherlich ein Thema worüber man streiten kann.

Vielleicht wirkt es umso verwunderlicher dass ich mit meinen Tümpelaquarien Naturaquaristik interessant finde und nicht so sehr darauf herumpoche, dass Amano und andere damals (!) es mit dem Fischbesatz übertrieben haben und die genannten Iwagumis nicht immer wirklich Fisch geeignet sind.

Was vielleicht noch interessant gewesen wäre, warum Naturaquaristik seit ein zwei Jahren auch Aquascaping genannt wird? Denglisch oder hat das mit der Namens"verwechslung" zu tuen?

Den Namen Naturaquaristik finde ich nämlich durchaus passend, stellen die Aquarien zwar nicht zwangsläufig einen existierendes Gebilde sondern ein rein fiktives und vom Aquarianer erdachtes Bild dar, so hat es trotzdem etwas mit "Natur" zu tuen.
Draussen gibt es aber natürlich immer schöne Landschaften - ich bin zwar bisher nur in Europa herumgekommen, aber in Irland, Südfrankreich und Korsika habe ich aber schon Stellen gefunden wo ich mir gedacht hab: Das wäre was für ein Naturaquarium!

Um mal ein paar Beispiele als mögliche Inspiration zu zeigen:

Bild

Bild

Bild

Ein Wasserfall wäre zwar schwierig umzusetzen, aber das haben manche Aquarianer tatsächlich schon getan. Mittels Luftheber wurde da feiner weißer Sand immer wieder nach oben gepumpt.

Die tüfteln also auch immer mal wieder was aus. Z.B. befinden sich in vielen der "Top" Aquascapes hinter der Scheibe ca. auf Höhe des Bodengrunds eine Röhre, die das ganze von hinten bestrahlt und so einen richtig feinen Hintergrund erzeugt.

Leider haben sich gute und innovative Aquascaper wie Harald Schneider von der Szene abgewendet, weil man durch die vielen Conteste zunehmend feststellen konnte das viele nur auf Profit und Selbstnobilisierung aus waren und wenn man sich so umschaut, werden viele Ideen einfach nur geklaut. Das ist m.E. eines der großen Probleme jeder Szene, die auf einem Hype schwimmt.

Da ich persönlich immer Literaturtipps unter Artikeln liebe :D:

AMAZONAS 8, Naturaquarien, November/Dezember 2006 Artikel von Oliver Knott zur Naturaquaristik und ein Interview mit ihm

AMAZONAS 14, Novemer/Dezember 2007, von Oliver Knott zu Amanos "kleiner Gallerie":
kann man sogar Online lesen: [link]

AMAZONAS 26, Aquascaping, November/Dezember 2009, verschiedene Autoren zu verschiedenen Bereichen des Aquascapings

"Amanos Naturaquarien, Wasserpflanzenparadiese und die Welt der Salmler", ein etwas älteres Buch von Amano, kann ich hingegen nicht empfehlen. Es ist praktisch nur eine Ansammlung von Bildern seiner Aquascapes mit kurzen Infos, die Becken sind aber alle eher weniger interessant bzw. entsprechen eher dem heutigen Durschnittsaquascape.
Was es bei anderen Zeitschriften an Artikeln zur Naturaquaristik gibt weiss ich nicht, wird es aber sicher geben. Bei der Amazonas gab es auch noch zwei Artikel von Knott in denen er Amanos Arbeitsweise beschreibt, aber die hab ich auf die schnelle nicht gefunden.

gruß Pierre

PS, schöner Schreibstil.


Kommentar

» Gepostet von Mopani, 29.11.10, 18:30

Übrigens muss man nicht unbedingt wie ein Buddhist scapen! Insbesondere Europäer malen lieber ein "lebendiges Bild".

-->eingefügt.
vg


Kommentar

» Gepostet von Mopani, 29.11.10, 18:28

Ok, danke sehr.
Damit hat Dein Becken dann die verdiente Ehre: es ist das erste Aqscape von a4y, soweit ich weiß.
Ich mag auch das Iwagumi am liebsten...merkt man das? :lol:
vg


Kommentar

» Gepostet von aquakollege, 29.11.10, 17:00

Ja Mop,

mein Bild darfst du haben.
Ich würde bei Einrichtung jedoch nicht unbedingt sagen, dass man sich an Richtlinien halten muss, weil das eher ins Iwagumi mit den strengen Zen-Regeln geht. Bei Naturaquarien geht es darum ein "Bild" über Wasser (Landschaft wie Wiese, Gebirge, etc...) unter Wasser nachzustellen( wie z.B. einen Wald mit Wurzeln, etc...)

Bau das vielleicht ein. ;)

Sonst guter ausführlicher Artikel!

Lg Flo

_________________
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20.06.19 | 10:17 Uhr

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Sebastian Wilken




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