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Nach welcher Zeit ist genug Mulm im Bodengrund für Pflanzen?

Nach welcher Zeit ist genug Mulm im Bodengrund für Pflanzen?

 Gepostet von CometCat, 25.01.12, 17:24

Wie der Titel sagt: Nach welcher Zeit ist genug Mulm im Boden für gesundes Pflanzenwachstum? 1/2 Jahre, 1 Jahr?
Diana Walstad beschreibt ja, dass man am besten eine Schicht Erde unter den Bodengrund ins Aquarium geben soll, für gesundes Pflanzenwachstum. Ich muss zugeben, dass ich das in zwei Becken von meinen drei Becken nicht gemacht habe, weil ich es da nicht besser wusste.

Deswegen würden mich Erfahrungswerte interessieren, wann der Mulm bei ausreichender Fütterung ausreichen sollte, um ein gesundes Pfalnzenwachstum zu gewährleisten.

:thx:

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Re: Nach welcher Zeit ist genug Mulm im Bodengrund für Pflanzen?

 Gepostet von WasserFlo, 25.01.12, 21:29

Hi,
Mulm hat in erster Linie nix mit Pflanzenwachsttum zu tun, im Gegenteil kann eine Mulmschicht die Pflanzenwurzeln ersticken.
Erde würde ich nicht empfehlen, wieso auch? Zum düngen?

Pflanzen brauchen für ein gutes Wachstum Nährstoffe, Sauerstoff und Kohlendioxid, ausreichen Platz zum wurzeln (ausreichend hoher Bodengrund), Licht und die passenden Wasserwerte und Temperatur.

Bedenke das sich erst ein "gesundes Milieu" bilden muss damit Pflanzen gut wachsen und das dauert halt ein wenig ;)

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Re: Nach welcher Zeit ist genug Mulm im Bodengrund für Pflanzen?

 Gepostet von Eri, 25.01.12, 23:09

Hallo!

Ich habe mit Vergnügen das Buch von Diana Walstad gelesen. Man sollte bei der Lektüre einige Dinge bedenken:

-Diana Walstad lebt in den USA, dort ist es ungewöhnlich, pflanzenreiche Aquarien zu pflegen. Üblich ist dort dagegen die Plastikpflanze (anspruchslos, hygienisch, leicht zu reinigen...).
-Der Boden dort ist ein anderer als bei uns. Sie redet von Gartenerde, ich weiß aber nicht mehr, ob sie sagte, von welchem "Urgestein" diese Erde abstammt. Es ging ja gerade um die Versorgung mit allen Mineralien, das kann nicht jede Erde leisten.
-Die Verwendung von Gartenerde hat zur Folge, daß für einige Monate das Nährstoffangebot unkontrollierbar hoch ist, bis sich alles mal eingespielt hat.

Insgesamt ein interessanter Ansatz, ich hatte aber noch keine Gelegenheit, ein Becken so einzurichten.

Bei meinen Becken hat sich immer nach einiger Zeit ein Mangel an Kalium und Eisen eingestellt, was der Mulm nicht liefern konnte.

Gruß

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Eri

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Re: Nach welcher Zeit ist genug Mulm im Bodengrund für Pflanzen?

 Gepostet von Dennis Furmanek, 26.01.12, 02:07

Hallo,

es ist grundsätzlich problematisch, organische Verbindungen im Bodengrund zu haben, wie sie in Gartenerde vorkommen, da diese unter den sauerstoffarmen Bedinungen im Bodengrund anerob zersetzt werden und dabei unter anderem giftiger Schwefelwasserstoff entsteht^-. Statt dessen kann aber ein an anorganischen Nährstoffen reicher Bodengrund, wie lehmiger Sand (z.B. Bausand, Mauersand, Spielkastensand) verwendet werden.

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Re: Nach welcher Zeit ist genug Mulm im Bodengrund für Pflanzen?

 Gepostet von lil_Phil, 26.01.12, 03:22

Kann Dennis nur zustimmen. Die Organeischen Stoffe sind das problem. Fängt nach kurzer zeit an zu schimmeln und zu stinken (schwefelwasserstoff). Deswegen KEINE Pflanzenerde ins AQ!!!

Es gibt spezielle Soil Böden. Das ist gebrannter Ton, und am ehesten mit "erde" zu vergleichen. Im bonsai bereich kommen auch solche soil böden zum einsatz wie akadama.
Diese kann man benutzen das sie auf rein mineralischer Substanz basieren.

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LG Phil


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Re: Nach welcher Zeit ist genug Mulm im Bodengrund für Pflanzen?

 Gepostet von WasserFlo, 26.01.12, 14:54

Hi,
nachdem ja nun recht viel mit Fachbegriffen umher geworfen wurde, Gartenerde im Aquarium hat nur Nachteile. Es gibt zig bessere Methoden um Pflanzen ordentlich mit Nährstoffen zu versorgen, AKADAMA gehört aber ganz gewiss nicht dazu.
Akadama und Soilböden verändern die Wasserwerte und sind je nachdem welche Grundwerte bestehen schnell erschöpft.

Am einfachsten ist es, die optimalen Bedingungen her zu stellen und einen Volldünger zu verwenden. Allerdings geringer dosiert als es angegeben ist, erst wenn wirkliche Mangelerscheinungen auftreten kann man gezielt nachdüngen.
Algenwachstum hat dann übrigens meistens was mit einem Überangebot zu tun, nicht damit das den Pflanzen was fehlt ;)

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Re: Nach welcher Zeit ist genug Mulm im Bodengrund für Pflanzen?

 Gepostet von CometCat, 26.01.12, 18:00

Hallo zusammen,

sehr interessante Antworten, vielen Dank! :)

Eri: Ich habe ein Aquarium mit speziellem Nährboden (von JBL, keine Gartenerde) unter dem Bodengrund, auch wenn mich ein Aquascaper belehrt hat, dass das micht wirklich notwendig sei. Die Pflanzen wachsen aber tatsächlich besser als in den anderen Becken.

WasserFlo: Nach dem Ansatz von Walstad soll man z.B. den Mulm nicht entfernen, weil sich so eine Nährstoffschicht bildet, welche die Pflanzen quasi düngt (wenn ichs richtig verstanden habe). Diana Walstad erklärt alles wissenschaftlich mit Messungen und Versuchsaquarien, es ist sehr interessant zu lesen. Hast Du mit Mulm eher schlechte Erfahrungen gemacht, dass die Wurzeln damit eher erstickt werden, wie Du schreibst?

Lil Phil: Ich denke, ich hab den Bodengrund, den Du meinst, in 2 Becken, JBL Manado + in einem Becken der Nährboden von JBL. Die Fische lieben den Boden. Nur beim Wasserwechsel ist er nervig, da er sehr leicht aufgespült wird.




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Re: Nach welcher Zeit ist genug Mulm im Bodengrund für Pflanzen?

 Gepostet von lil_Phil, 26.01.12, 19:58

Ja genau Manado spielt quasi in der gleichen Liga wie ADA Soil und Akadama Double-brand. Wenn auch mit gering anderen eigenschaften was die aufhärtung angeht. Aber die nährstoffspeicherung passiert bei allen 3. Meiner Meinung nach super Böden! Der manado is halt wirklich ziemlich leicht aufzuwirbeln (was viele am meisten nervt am dem boden)

@Wasserflo Ich habe es selbst noch nicht probiert (nächstes becken) habe aber von vielen scapern positive Rückmeldung zu Akadama bekommen. Die veränderung der wasserwerte is übrigens erwünscht, da Scaper ihre Becken mit niederiger GH/KH fahren! Man sollte das aber auch nicht überbewerten, die enthärtung (ADA /Akadama) hält nur einige monate an. Viel wichtiger ist mir die Speicherung der Nährstoffe im Boden.
Du darfst das nicht falsch verstehen...der Boden düngt nicht sondern dient lediglich als Puffer.

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Re: Nach welcher Zeit ist genug Mulm im Bodengrund für Pflanzen?

 Gepostet von WasserFlo, 26.01.12, 22:27

lil_Phil schrieb am 26.01.12, 19:58:
habe aber von vielen scapern positive Rückmeldung zu Akadama bekommen. Die veränderung der wasserwerte is übrigens erwünscht, da Scaper ihre Becken mit niederiger GH/KH fahren!



Genau, Aqua"scaper", welche schöne Landschaften unter Wasser errichten und meist dabei Arten halten die dieses Wasser auch vertragen (Garnelen, kleine Weichwasserfische).

Das hat nichts damit zu tun sowas in einem Gesellschaftsbecken zu verwenden, hier sind die Gegebenheiten einfach ganz anders.

Man sollte das aber auch nicht überbewerten, die enthärtung (ADA /Akadama) hält nur einige monate an.



In denen was passieren soll? Soll man so lange keine Fische halten? Danach das Soil ersetzen? (es zerfällt übrigens irgendwann un ist dann ein Fäulnisherd)


Viel wichtiger ist mir die Speicherung der Nährstoffe im Boden.
Du darfst das nicht falsch verstehen...der Boden düngt nicht sondern dient lediglich als Puffer.



Wie willst du denn dann die Nährstoffe in den Boden bekommen? In der untersten Bodenschicht ist so gut wie keine Durchflutung wenn kein Bodenheizer oder Bodenfilter verwendet wird.

Rechne mal die schlechten Eigenschaften gegen die vermeidlich guten, in einem Gesellschaftsbecken unter der Bodenschicht hat Akadama nix verloren.

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Re: Nach welcher Zeit ist genug Mulm im Bodengrund für Pflanzen?

 Gepostet von Dennis Furmanek, 27.01.12, 01:01

Hallo,

es zerfällt übrigens irgendwann un ist dann ein Fäulnisherd



wie sollen denn mineralische Verbindungen faulen? Auch Schichtsilikate, wie sie in Ton und damit in lehmigem Sand enthalten sind, wirken als Kationentaushcer und binden so Nährstoffe, welche die Pflanzen über die Wurzeln aufnehmen.

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Re: Nach welcher Zeit ist genug Mulm im Bodengrund für Pflanzen?

 Gepostet von WasserFlo, 27.01.12, 11:45

Hi,
indem es dadurch das es zerfällt so dicht wird das darin greifende Wurzeln kein Sauerstoff mehr bekommen und absterben, diese faulen dann. Außerdem ist es ja so das vor dem Zerfall platz zwischen den einzelnen Kügelchen war, darin ist ja nicht nichts ;)

Ja klar, das Zeug an sich fault vllt. nicht, es ruft es aber hervor.
...Immer diese Theoretiker...

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Re: Nach welcher Zeit ist genug Mulm im Bodengrund für Pflanzen?

 Gepostet von lei, 27.01.12, 15:15

Hallo!

Das ist alles sehr interessant zu lesen :) Ich wollte aber noch kurz meine Erfahrung in punkto Blumenerde mit einbringen. Diese liegt zwar schon Jahre zurück, aber dennoch dürfte sie vielleicht hilfreich sein.
Ich habe tatsächlich mal Walderde als untereste Schicht in einem Aquarium verwendet, hier ist nichts gefault (vielleicht habe ich dieses Experiment aber nicht lange genug durchgefühtt, lief nur 1,5 Jahre). Die Pflanzen wuchsen sehr gut! Dabei ist aber wichtig zu wissen dass ich keine handelsübliche Blumenerde verwendet habe, sondern Walderde, also keine vorgedüngte aus dem Gartenmarkt oder sonstiges.
Ich konnte auch keine Fäulnis feststellen, es lief alles problemlos. Rein optisch würde es aber nicht jedem gefallen, denn bei jedem umpflanzen trübte sich das Wasser stark ein.

Desweiteren habe ich auch schon erfahrung mit einer Art Seramis gemacht. Es sah aus wie Aquaclay, wurde aber direkt im Baumarkt bezogen und auf der Verpackung stand dass es für die Hydrokultur von Blumen/Pflanzen geeignet sei. Ausserdem war auf der Verpackung deklariert was an Düngemittel zugegeben worden ist, sowie die genaue Menge. Z.b. Phosphat, Kalium, Magnesium, Eisen usw. Hier waren meine Erfahrungen auch gut, die Pflanzen wuchsen gut. Duch den Ton musste ich keine Düngekugeln in den Boden schieben, aber auch hier möchte ich anmerken dass es keinesfalls für "Anfänger" geeignet ist einfach mal so rumzuexperimentieren. Ich habe damals das Becken lange zeit ohne Fische gepflegt und erst nach mehrmaligem Messen der Wasserwerte Fische hinzugefügt. Keine sind verstorben. Eine trübung oder braun färbung des Wassers kam ebenfalls nicht zustande.
Habe bzgl. diesen Tonkugeln aber auch schon negatives Lesen müssen.

Mein nächstes "Experiment" oder sagen wir der nächste Versuch wird mit [link] sein. Habe es schon gekauft und bin wirklich gespannt wie es sich dann unter dem Substrat verhält. Ist ja auch für Aquarien geeignet weswegen ich hier nicht so sehr angst haben muss wie in meinen vorherigen versuchen :wink: Allerdings werden auch hier wohl längere Zeit erstmal keine Fische einziehen, hat aber auch andere gründe.
Hat jemand hier schonmal Erfahrung mit diesem Bodendünger gemacht? Ton und Schwarztorf sind enthalten, in unterschiedlicher Konzentration. Ich bin dann schon gespannt wie es sich auf die Wasserwerte auswirkt. Auch bin ich gespannt wie lange es dauert bis sich dieser Dünger erschöpft hat. Dürfte ja ne weile halten, wegen dem Ton.

Übrigens das einzige Aquarium in meiner Aquaristischen Laufbahn (hört sich toll an grins ) bei dem der Bodengrund jemals zu faulen anfing war das 60L Becken welches ich erst vor kurzem aufgelöst habe. Hier war nur Sand enthalten! Kein Nährboden, nix. Der Sand roch faulig und er war extrem verhärtet in den untersten Schichten. Ich vermute dass sich die Wurzeln einiger Pflanzen zersetzt haben, durch den Sauerstaoffmangel oder sagen wir die mangelnde Wasserzikulation, schlussendlich zu der Fäulnis geführt haben. Anders kann ich es mir nicht erklären, da ich den Sand auch erst in das AQ gegeben habe nachdem schon Wasser darin war, weswegen ich Lufteinschlüsse ausschließe.

Ok jetzt hab ich aber genug geschrieben, ich hoffe das es wenigstens ein paar Leute bis zum schluss gelesen haben.

Gruß,
Isabel

edit:
Ich kann übrigens bestätigen dass Naturaquarien bzw. solche mit lebenden Pflanzen in den U.S.A immernoch seltener sind als solche mit Plasikpflanzen. Während meines Aufenthaltes dort kam ich mir vor wie eine Außerirdische. Auch wenn sich das verständnis dort langsam wandelt und ein Umdenken stattfindet, denke ich das wird aufgrund der großen Plastikpflanzen und Kunstkieslobby dort noch einige Zeit so bleiben :tee:

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"Gefährlich ists den Leu zu wecken,
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Jedoch der schrecklichste der Schrecken
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-F.Schiller / Auszug "Das Lied von der Glocke"
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Jetzt dazugekommen: Garnelen-habitiat [link]
Der gefallene Ast in 30L. Wie gefällt er euch?
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Re: Nach welcher Zeit ist genug Mulm im Bodengrund für Pflanzen?

 Gepostet von Dennis Furmanek, 27.01.12, 22:49

Hallo,

indem es dadurch das es zerfällt so dicht wird das darin greifende Wurzeln kein Sauerstoff mehr bekommen und absterben, diese faulen dann.



Wasserpflanzen sind durch die Eigenschaft untergetauchter Substrate, anaerob zu sein und reduzierende Bedingungen zu bieten, an eben solche anaeroben Substrate und ihre Eigenschaften angepasst. Tatsächlich befördern Wasserpflanzen aktiv Sauerstoff in die Wurzeln, um in der unmittelbaren Umgebung der Wurzel aerobe Bedingungen zu schaffen.

Außerdem ist es ja so das vor dem Zerfall platz zwischen den einzelnen Kügelchen war, darin ist ja nicht nichts ;)



Nichts = absolutes Vakuum? Soll das bedeuten, dass die Pflanze in dem nun nabgeblich Verdichteten Substratn icht mehr wurzeln kann oder die Wurzeln absterben? Wieso wurzeln Wasserpflanzen dann in "dichten" lehmigem Sand oder gar Ton?

Ja klar, das Zeug an sich fault vllt. nicht, es ruft es aber hervor.



Weder das eine noch das andere.

...Immer diese Theoretiker...



Theorie ist also dann, wenn Aussagen mit der beoachtbaren Realität übereinstimmen und Praxis, wenn sie das nicht tun.

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Re: Nach welcher Zeit ist genug Mulm im Bodengrund für Pflanzen?

 Gepostet von WasserFlo, 27.01.12, 22:55

Hi Dennis,
mach du mal hier weiter, nach deiner einschlägigen Fachpraxis funktioniert es ja, da will ich nichts gegen sagen ;)

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Re: Nach welcher Zeit ist genug Mulm im Bodengrund für Pflanzen?

 Gepostet von Dennis Furmanek, 27.01.12, 23:12

Hallo,

Es ist zumindest nicht beobachtbar, was von dir postuliert wird bzw. es besteht nicht der postulierte Kausalzusammenhang zwischen Akadama als Bodengrund im Aquarium und dem Faulen von Wurzeln der Aquarienpflanzen, schon gar nicht nach dem von dir postulierten Mechanismus.

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Re: Nach welcher Zeit ist genug Mulm im Bodengrund für Pflanzen?

 Gepostet von WasserFlo, 27.01.12, 23:18

Sorry aber "postulierte Kausalzusammenhänge" ist mir echt nix, wenn du nicht mit mir schreiben möchtest dann sag das doch einfach und erschlag micht nicht mit deinen Fachbegriffen.

Ich habe schon gesehen wie dicht die untere Schicht Akadama werden kann und habe erschnüffeln dürfen wie der verdichtete Boden riecht, mehr muss ich nicht wissen um daraus meine Schlüsse zu ziehen.

Was anderes ist es wenn Soilböden mit einem Bodenfilter verwendet werden, danach wurde aber glaube ich nicht gefragt.
In erster Linie ging es um Mulm, darauf solle man hier zurück kommen.

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Re: Nach welcher Zeit ist genug Mulm im Bodengrund für Pflanzen?

 Gepostet von Dennis Furmanek, 28.01.12, 02:37

Hallo,

Ich habe schon gesehen wie dicht die untere Schicht Akadama werden kann und habe erschnüffeln dürfen wie der verdichtete Boden riecht, mehr muss ich nicht wissen um daraus meine Schlüsse zu ziehen.



Du hast zwei Beobachtungen (A: das Substrat hat sich verdichtet und B: das Substrat hat "gerochen";) gemacht, die gleitchzeitig aufgetreten sind. Damit ist nicht eindeutig, dass Ereignis B die Folge von Ereignis A ist ("cum hoc ergo propter hoc";) noch das die Beobachtung B eine belastbare Aussage zur Qualität und Eignung des Substrats erlaubt. Die Theorie, also dein Erklärungmodell ("Verdichtung" des Substrats führt zu Sauerstoffmangel und in Konsequenz zum Absterben der Pflanzenwurzeln) warum A zu B führt, ist ebenfalls nicht mit fundierten Erkenntnissen (Wasserpflanzen fördern aktiv Sauerstoff in die Wurzeln und sind ohnehin an die Anaerobie untergetauchter Böden angepasst) vereinbar.

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Re: Nach welcher Zeit ist genug Mulm im Bodengrund für Pflanzen?

 Gepostet von WasserFlo, 28.01.12, 05:05

Hmm,
erinnert mich an "Wenn im Wald ein Baum umfällt aber keiner da ist der es sieht, macht er dann ein geräusch?"

Sorry aber das was zu vertrittst ist nicht meins, Pflanzen pumpen doch nicht den Boden mit Sauerstoff auf. Was passiert denn Nachts, wenn die Pflanzen selber den Sauerstoff im Wasser benötigen? Ziehen Pflanzen nicht aktiv Sauerstoff aus dem Wasser?

Bevor du das wieder mit Fachausdrücken belegen/wiederlegen möchtest, ich google nicht danach. Entweder du schreibst es so das es auch ein kleiner Stahlarbeiter versteht der nicht auf der Uni war oder wir lassen das mit dem Thema ;)

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Re: Nach welcher Zeit ist genug Mulm im Bodengrund für Pflanzen?

 Gepostet von Dennis Furmanek, 28.01.12, 17:27

Hallo,

Wenn im Wald ein Baum umfällt aber keiner da ist der es sieht, macht er dann ein geräusch?



Das ist nicht Metaphysik, sondern Logik. Nur weil B nach A passiert muss A nicht Ursache von B sein oder B die Folge von A. Nur weil A und B gleichzeitig auftreten, muss B nicht die Folge von A sein. A und B können auch eine gemeinsame Ursache haben oder aber in keinem Zusammenhang stehen und nur zufällig gemeinsam aufgetreten sein.

Sorry aber das was zu vertrittst ist nicht meins, Pflanzen pumpen doch nicht den Boden mit Sauerstoff auf.



Das habe ich auch nicht gesagt. Ich habe gesagt, dass Wasserpflanzen ihre Wurzeln aktiv mit Sauerstoff im aneroben Substrat versorgen (untergetauchte Böden sind anaerob und reduzierend), um zu verhindern, dass diese Absterben. Dabei wird auch die unmittelbere Umgebung der Wurzeln mit Sauerstoff angereichert.

Du behauptest, dass die Wurzeln der Wasserpflanzen absterben, wenn sich ein leichtgebrannter Soil-Boden (welche ja aus vulkanischem Verwitterungsmetrial bestehen)durch Zerfall verdichtet, weil dann kein Sauerstoff mehr an die Wurzeln gelangt. Das ist aber nicht mit den Fakten vereinbar, zumal Wasserpflanzen ohnehin daran angepasst sind, in aneroben (= kein Sauerstoff vorhanden) Böden zu wurzeln.

Was passiert denn Nachts, wenn die Pflanzen selber den Sauerstoff im Wasser benötigen? Ziehen Pflanzen nicht aktiv Sauerstoff aus dem Wasser?



Wenn Nachts durch ausbleibende Photoysnthese von der Pflanze selbst kein Sauerstoff produziert wird, wird die Versorgung der Wurzeln mit Sauerstoff entweder reduziert oder aber die Pflanze betreibt anaerobe Atmung in den Wurzeln. Die Aktivität vieler energiebahängiger Stoffwechselprozesse (AdenosinTriPhosphat-abhängig, somit abhängig von ATP-Produktion, welche i.d.R. über aerobe Zellatmung [mit Sauerstoff] erfolgt) der Pflanze ist ohnehin auch an durch die Photosynthese produzierte Reduktionsequivalente (z.B. NADPH; NADPH/H+) gekoppelt. Wenns Licht aus ist, passiert da eben weniger, als wenns Licht an ist und deshalb wird auch weniger Sauerstoff benötigt.

Bevor du das wieder mit Fachausdrücken belegen/wiederlegen möchtest, ich google nicht danach.



Es ist in einer Sachdiskussion aber die Pflicht aller Teilnehmer, Verständnisprobleme entweder durch Rückfragen anzuzeigen oder aber, diese selbsttätig zu beheben. Es geht hier um eine Fragestellung aus dem Bereich Pflanzenphysiologie /-ökophysiologie. Dazu gehören natürlich auch Fachbegriffe, um das Kind beim Namen zu nennen und unnötige langwierige Umschreibungen zu vermeiden.

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Re: Nach welcher Zeit ist genug Mulm im Bodengrund für Pflanzen?

 Gepostet von Pete, 29.01.12, 14:00

Hallo Dennis,

eine sehr gute und kompetente Antwort! Hut ab!
So lernt man immer etwas dazu.

Das ändert aber nichts daran, daß sich hier hier auch Leute aufhalten, die mit zuviel Fach-Chinesisch nichts anfangen können (mich eingeschlossen :)..). Obwohl sie selber natürlich auch mit Begeisterung bei der Sache sind und für ihr Aquarium nur das Beste wollen.
Wenn Du diese Leute erreichen willst (und davon gehe ich mal stark aus, sonst würdest Du Dich nicht so bemühen), dann wird das ganz sicher erfolgreicher sein, wenn die Antworten auch für den Nicht-Chemiker/Physiker/Studierten/was auch immer *ggg etwas einfacher und mit weniger Fachausdrücken (bzw. mehr Erklärung derselben) ausgestattet sind. Das ermüdet schon ein bisschen, wenn man selber seine Gedankengänge eher etwas einfacher formuliert.

Nicht falsch verstehen bitte - Ansonsten Hut ab und weiter so!

Ich habe auch per Zufall Deine AQ-Seite im Internet gefunden und finde auch die total interessant und lese z. Zt. des öfteren dort!
Auch für diese page möchte ich mich bedanken, es sind viele gute Informationen dort, bei denen ich noch einiges dazulerne!

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Gruß, Peter

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Re: Nach welcher Zeit ist genug Mulm im Bodengrund für Pflanzen?

 Gepostet von Dennis Furmanek, 30.01.12, 16:48

Hallo Peter,

ich bin mir der Problematik durchaus bewusst.

Ich sehe aber einen Unterschied darin, ob ich beispielsweise einen Beitrag in einem Forum oder einen Artikel für meine Website schreibe. Für den Forenbeitrag bin ich nicht bereit, einige Dutzend Stunden an Zeit zu investieren. Da muss dann die Erklärungsbreite aus Zeitgründen eher schmal ausfallen. Wobei ich konkrete Rückfragen und Verständnisprobleme immer beantworte.

Ich denke auch, dass in einem fundierten Text zu einem naturwissenschaftlichen Sachverhalt (viele aquaristische Frage- und Problemstellugnen lassen sich mit Hilfe naturwissenschaftlicher Erkenntnisse lösen)Fachbegriffe (natürich mit im Kontext korrekter Anwendung) nicht fehlen dürfen. Bei Hypertexten kann man diese dann elegant mit Hover-Boxen versehen, in denen, wie in einem Glossar, die Bedeutung des Begriffs erläutert wird.

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