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Fische: Spitzschlammschnecke

Auf dieser Seite sehen Sie eine Beschreibung der Fischart "Spitzschlammschnecke". Fischarten können bei aqua4you von Mitgliedern der Community beschrieben werden. Das Copyright auf Text und Bild liegt - soweit nicht anders genannt - bei den jeweiligen Autoren. Aqua4you kann leider keinerlei Haftung für die fachliche Richtigkeit übernehmen!

Steckbrief

Erstmals zur Datenbank hinzugefügt von Segelkrpfling am 20.01.06.

Spitzschlammschnecke
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Spitzschlammschnecke / Spitzhornschnecke

Beckenlänge:20 cm
PH-Wert:6,5 - 9
Wasserhärte:anspruchslos
Temperatur:4-26° C (ideal: 19-24° C)
Name:Spitzschlammschnecke
Wiss. Name:Lymnaea stagnalis
Familie:Wirbellose / Amphibien
Herkunft:Europa
Größe:4,5 - 7 cm
Ernährung:Pflanzliches wie fleischliches Futter

Die Spitzschlammschnecke ist eine einheimische Schneckenart, die aber auch im restlichen Europa weit verbreitet ist. Ihr Gehäuse ist rechtsgewunden und weist 7,5 Windungen und eine lange Spitze auf. Es ist im Vergleich zu anderen Schnecken mit spitzem Gehäuse leicht zerbrechlich. Innerartlich variiert die Färbung und sogar die Form des Gehäuses stark. Der Weichkörper ist grau bis braun mit zwei abgeflachten dreieckigen Fühlern, an deren Basis die Augen sitzen.

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Die Spitzschlammschnecke ist die größte mitteleuropäische Wasserlungenschnecke, hier im Vergleich mit einer Blasenschnecke der Gattung Physa abgebildet. (Quelle: GNU FD-Lizenz - [link])

Diese Schnecken bewohnen meistens stille oder langsam fließende Gewässer und haben kaum Ansprüche an die Wasserbeschaffenheit. Lediglich die Temperatur kann problematisch sein, da ab 26° C die Sterblichkeitsrate stark zunimmt, diese Eigenschaft kann auch zum Verhängnis in seichten Gewässern werden, die sich im Sommer sehr stark aufheizen. Schlammspitzschnecken sind jedoch in der Lage die Austrocknung ihres Heimatgewässers und auch Winterfrost zu überleben.
Populationen leben sogar in der Ostsee bei 7 Promille Salzgehalt.
Es handelt sich, trotz der hauptsächlich aquatischen Lebensweise, um Lungenatmer ohne Kiemen. Ein Teil des Sauerstoffs wird jedoch wie bei Fröschen über die Haut aufgenommen. Aber gewöhnlich kriechen sie an die Wasseroberfläche, um ihre Mantelhöhle mit Sauerstoff zu füllen. Sie bewegen sich wie z.B. auch Blasenschnecken mit einer Schleimspur fort, was ihnen ermöglicht unterhalb des Wasserspiegels auf der Oberflächenspannung zu kriechen. Eine erstaunliche Eigenschaft ist die Fähigkeit, im freien Wasser zu schwimmen. Dazu bildet die Schnecke mit ihrem Körper eine Art Röhre und kann in die Richtung schwimmen, in die der Kopf blickt. Sie können sowohl nach unten als auch nach oben schwimmen. Dieses Verhalten kann meistens an halbwüchsigen Spitzhornschnecken beobachtet werden, warum ist unklar, vermutlich sind die ausgewachsenen Exemplare zu groß und zu schwer für solche Aktionen und die kleinen Jungtiere zu leicht und im freien Wasser gefährdeter.

Bild
Gelege der Spitzschlammschnecke auf einem Potamogeton natans-Blatt. (Quelle: GNU FD-Lizenz - [link])

Es handelt sich um eine leicht zu vermehrende Art. Nach etwa 10 Wochen sind die zwittrigen Schnecken geschlechtsreif. Anders als beispielsweise Weinbergschnecken, die auch Zwitter sind, haben sie getrennte weibliche und männliche Geschlechtsöffnungen, weswegen eien wechselseitige Befruchtung nicht möglich ist, nur das "Weibchen" wird trächtig. Im Mangel von Artgenossen sind sie zu Selbstbefruchtung in der Lage. Das trächtige Tier legt nach der Befruchtung gallertartige Laichschnüre, die bis zu 30 Eier enthalten können, an Pflanzen, Steinen und sonstigen Oberflächen ab. Je nach Wassertemperatur schlüpfen nach ca. 14 Tagen die jungen Schnecken aus. Ihre Lebenserwartung beträgt drei bis vier Jahre.

Wozu soll man sich eine pflanzenfressende Schnecke ins Aquarium holen?
Den Spitzschlammschnecken wird oft nachgesagt, sie würden Pflanzen beschädigen. Dies ist nur bedingt richtig. Gesunde, harte Pflanzen, wie z.B. Wasserpest und Froschlöffelgewächse (Echinodorus, Sagittaria u.a.) bleiben von den Schnecken unbehelligt. Zarte und vor allem kränkliche Pflanzen dagegen werden jedoch mit Hingabe verzehrt. Hauptnahrung dieser Schnecken bilden allerdings diverse Algenarten und Biofilme. Im Aquarium kann man sie gut mit verschiedenen Gemüsesorten, Salat, Kohl und Fischfutter ernähren.
Es gibt zwei nützliche Eigenschaften, die für bestimmte Aquarianer sicherlich sehr brauchbar sind. Zum Einen verzehren sie auch Aas und die unbeliebten Süßwasserpolypen Hydra, zum Anderen sind sie leicht in unbepflanzten, ungefilterten, ungeheizten und unbeleuchteten Behältern züchtbar und erreichen schnell die nötige Größe um als Futtertiere für Kugelfische und Schmerlen verwendet zu werden. Es ist sinnvoll, regelmäßig einen Teilwasserwechsel in so einem Zuchtbehälter vorzunehmen, da sich sonst die Ausscheidungen der Schnecken unvorteilhaft auf die Wasserqualität und damit die Schneckengesundheit auswirkt, zudem sollten sie regelmäßig gefüttert werden, da sie bei Futtermangel ihren eigenen Laich auffressen.

Untersuchungen zufolge handelt es sich bei vielen Schlammschnecken in unseren Gewässern gar nicht um die beschriebene Art, nähere Forschungen stehen allerdings noch aus.


Eigene Erfahrungen
Es handelt sich wirklich um eine interessante Schneckenart, die durch ihre ohrenartigen Fühler und dem breiten Gesicht einen ganz besonderen Charme besitzt. Man kann diesen Tierchen sicherlich stundenlang zusehen, wie sie durch's Wasser schweben oder alles Mögliche fressen, zur Haltung im Aquarium halte ich sie aber für wenig geeignet (für den Fall, man will sie des Tieres wegen und nicht um Fischfutter zu züchten, halten). Dafür machen sie in gewöhnlichen Aquarien schlichtweg zu viel Dreck (Mulm und Schneckenschleim, der sich an Bodengrund, Pflanzen, Steinen und anderen Deko-Material festsetzt und nicht einfach zu entfernen ist) und beschädigen beliebte, zarte Pflanzen. Am besten hält man die Schnecken in kleinen Artenbecken, die wenn, nur leicht beleuchtet sein sollten. Bekanntlich sind sie in Sachen Bepflanzung nicht wählerisch, weswegen man hier viel Auswahl hat, man kann das Becken aber auch mit Algenarten bewachsen lassen, die den Schnecken ebenfalls als Nahrung dienen.
Das Becken kann ruhig ohne Abdeckung aufgestellt werden, aber dann sollte man ein feines Netz, Fliegengitter oder einen Nylonstrumpf darüber tun, damit die die Tierchen nicht auf die Idee kommen, sich zu verabschieden (und in der trockenen Wohnung schließlich eingehen).
Sinnvoll vergesellschaften kann man sie mit Turmdeckelschnecken und Garnelen, sofern man die Wasserwerte im Auge behält.

FdM

Fischart des Monats
Diese Beschreibung wurde im Juni 2013 als Fischart des Monats ausgezeichnet. [Zum Archiv]

Bildquelle:

Das Bild basiert auf einem Bild aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist der Urheber des Bildes verfügbar. Direktlink zum Bild in der Wikipedia: [link]


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Versionen und Autoren

Folgende Community-Mitglieder haben bisher an dieser Beschreibung mitgearbeitet:

Kommentare

Hier können Community-Mitglieder Kommentare verfassen.

Ja, Promille, Johannes.

» Gepostet von Mama-im-Einsatz, 07.06.13, 10:03

[link] ist der Link zum Wiki.
Der Salzgehalt wird durchaus in der Meerwasseraquaristik mit Promille angegeben.

Nicht immer gleich meckern....

_________________
Viele Grüße, Katharina
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s=k. log w = Entropie;


Kommentar

» Gepostet von Johannes.Busch, 03.06.12, 14:10

"Populationen leben sogar in der Ostsee bei 7 Promille Salzgehalt."

Promille? Das ist blanker Unfug.

"Der Salzgehalt der Ostsee setzt sich aus dem einströmenden Salzwasser der Nordsee und dem Süßwasser der Flüsse und des Regenwassers zusammen. Er liegt zwischen 1,8 und 0,3 Prozent.
Zum Vergleich: die Nordsee hat einen Salzgehalt von 3,5 Prozent. Je weiter man sich nach Osten bewegt, desto geringer wird der Salzgehalt der Ostsee. So beträgt der Salzgehalt an der Küste Schleswig-Holsteins ca. 1,8 - 1,5 Prozent, während zwischen Schweden und Finnland nur noch 0,5 - 0,3 Prozent gemessen werden.
Diese Daten beziehen sich auf Messungen an der Wasseroberfläche. Da Salzwasser schwerer als Süßwasser ist, bilden sich zwei Wasserschichten in der Ostsee. Somit ändert sich der Salzgehalt der Ostsee nicht nur von West nach Ost, sondern auch von der Wassertiefe zur Wasseroberfläche."

[[link]

Nur der Ordnung halber...
Johannes

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If you are trapped in the dream of the other, you're fucked. (Gilles Deleuze)

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