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Fische: L 340 / Mega Clown Pleco

Auf dieser Seite sehen Sie eine Beschreibung der Fischart "L 340 / Mega Clown Pleco". Fischarten können bei aqua4you von Mitgliedern der Community beschrieben werden. Das Copyright auf Text und Bild liegt - soweit nicht anders genannt - bei den jeweiligen Autoren. Aqua4you kann leider keinerlei Haftung für die fachliche Richtigkeit übernehmen!

Steckbrief

Erstmals zur Datenbank hinzugefügt von Johannes.Busch am 19.12.14.

L 340 / Mega Clown Pleco
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L 340 / Mega Clown Pleco

Beckenlänge:80 cm
PH-Wert:6,5-?
Wasserhärte:weich
Temperatur:ab 25 °C
Name:L 340 / Mega Clown Pleco
Wiss. Name:Hypancistrus sp. (L 340 alias LDA 019)
Familie:Welse
Herkunft:Kolumbien (Río Tomo)
Größe:8-10 cm
Ernährung:s. Beschreibung unten

Vorbemerkung: Ich halte eine Gruppe von 3 adulten Exemplaren seit dem März 2014 in einem Becken von 100x40x40 cm. Ich werde hier keine kritische Literaturaufbereitung betreiben, sondern nur solche Angaben aufnehmen, die ich aus eigener Erfahrung bestätigen kann, oder die ich für unerläßlich halte. Da es in meinem Becken nun schon mehrfach zur Vermehrung dieser Welse gekommen ist, werde ich darauf auch eingehen.

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Herkunft:
Die Fundstellen kommen überwiegend vom Río Tomo in Ostkolumbien, nahe der Grenze zu Venezuela. Infos zu dem Fluß findet ihr auf wikipedia unter [link] . Zu den klimatischen Bedingungen kann man die Daten für die nächstgelegene Stadt heranziehen, siehe [link] . Weitergehende Fundortbeschreibungen enthält der Band 2 des "Wels-Atlas".

Beschreibung:
Der L 340 gehört zur Gruppe der Hypancistren und somit zu den Loricariidae, genauer den Hypostomiae. Der L 340 taucht in verschieden gestreiften Mustern auf, selbst die Farben sind recht variabel. Mit dem L 270 kann er schon verwechselt werden. Diese Welse sind sehr hübsch - wenn man sie denn zu Gesicht bekommt. Sie sind nachtaktiv und die adulten (erwachsenen) Exemplare sind extrem scheu. In der Praxis bekommt man sie komplett allenfalls beim Umbauen im Becken mal zu Gesicht, ansonsten verrät nur ein am Höhlenausgang wedelnder Schwanz ihre Anwesenheit. Die juvenilen (jungen/jugendlichen) L 340 sind da schon eher zu sehen.

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Nach meinen Beobachtungen kann man sagen, dass die Scheu mit dem Alter zunimmt. Ganz frische Jungwelse benehmen sich in den ersten Wochen sorglos, man findet sie tagsüber auf Schläuchen, Rohren und an freien Scheiben sowie am Boden. Jugendliche Welse sind da schon viel vorsichtiger. Tagsüber pirschen sie sich an Futter heran: Von Versteck zu Versteck, immer bodennah und nicht zu lange auf offenen Flächen. Wer sie beobachten möchte, braucht Abstand zu dem Becken, Geduld und Ruhe. Sie reagieren nicht stark auf Geräusche, aber empfindlich auf sichtbare Bewegungen sowie Lichtschwankungen und fast panisch auf Erschütterungen (dummerweise lebe ich im Altbau auf quietschigen Dielen). Weil das alles so ist, wie es ist, verfüge ich nicht über ein einziges selbstgemachtes Photo von den Erwachsenen, wohl aber reichlich von den Jungwelsen. Bilder finden sich aber viele in den unten genannten Quellen.

Um ihre Vermehrung muß man sich nicht sonderlich bemühen. Wenn die Bedingungen stimmen, vermehren sie sich willig. Einiges dazu habe in dem Thread [link] hier auf aqua4you geschrieben.

Ernährung:
L 340 sind omnivor, auf deutsch: Sie sind Allesfresser. So liest man es allerorten im Internet. Das stimmt mit meinen Beobachtungen aber nur zum Teil überein. Hypancistren im Allgemeinen sind aufgrund ihrer Bezahnung keine Aufwuchsfresser. Dennoch "lutschen" die Jungwelse die veralgten Scheiben ab. Ab etwa 6 Wochen hört das komplett auf und ab diesem Alter wird Futter nur bodennah genommen. Gemüse ist für Jungwelse sehr attraktiv (vor allem Zucchini, gar nicht werden Karotte oder Paprika genommen), adulte Welse habe ich selbst in dämmrigen Restlicht nie an Gemüse gesehen. Während die sehr jungen Welse auch an Gemüse-Tabs gehen, ziehen jugendliche Welse offenbar schon Tabs für carnivore Bodenbewohner vor. Auch Frostfutter verursucht Bewegung in der Gruppe. Noch einmal: Ich beschreibe hier Beobachtungen, die ich selbst bei nur einer Gruppe dieser Welse gemacht habe. Ich behaupte nicht, daß man diese Beobachtungen ohne jede Überprüfung verallgemeinern könne.

Gefüttert wird von mir: Feines Granulat für die Zwergsalmler, was auf den Boden fällt, nehmen die Jungwelse gerne. Zwei- bis dreimal die Woche Zucchini (etwa 1 min. abgekocht), TK-MüLas, TK-Daphinae (TK-Cyclops interessierten nur die Salmler, nicht aber die Jungwelse), und zwei Sorten Wels-Tabs (1x cornivor orientiert, 1x carnivor).

Beckeneinrichtung:
Da die L 340 dämmerungs- und vor allem nachtaktiv sind, legen sie auf Licht wenig wert. Das Becken darf also schattig sein oder sollte zumindest dunkelere Bereiche haben. Als Bodengrund kommt nur und ausschließlich Sand infrage. Auf anderen Untergünden wurden sie in der Natur nicht gefunden, außerdem haben sie wie (fast) alle Harnischwelse empfindliche Bauchseiten. Das Wichtigste sind Höhlen und Verstecke. Ich empfehle einseitig geschlossene Tonröhren und zwar mindestens eine pro Wels. Wer L 340 vermehren möchte, was die recht freiwillig ohne äußere Überredung tun, braucht auch Höhlen für die Jungwelse. Für Verstecke eignet sich vieles: Hölzer, Steinhaufen, Javamoos in lockerem Klumpen und -natürlich! - Laub (Seemandelblätter z.B.). Ob Holz aus gesundheitlichen Gründen benötigt wird, weiß ich nicht. So oft wie ich Jungwelse aber auf den Wurzeln (besonders Mangrowe) sehe, wird es zumindest als angenehm empfunden.

Und Pflanzen? Das ist eine gute Frage. An Pflanzen gehen L 340 gar nicht und beim Buddeln machen sie einen Bogen um Wurzelwerk. Pflanzen sind aber für das biologische System eines AQs ein ganz wichtiger Faktor und stören die Welse nicht. Schwimpflanzen helfen beim Abdunkeln des Beckens, sind also eher nützlich. Die noch kleinen Jungwelse verstecken sich gern in Javamoos (besonders wenn das in unseren Augen reichlich dreckig
ist - sind halt Kinder ;-) ).

Mein Welsbecken mit L 340: [link]

Vergesellschaftung:
Eine Vergesellschaftung des L340 mit anderen Fischarten ist vielfältig möglich. Am Besten sollte man Fische der Ausgangsregion nehmen und davon gibt es viele. Wenn man auf Nachwuchs hofft, verbieten sich natürlich Fische, die den jungen Welsen gefährlich werden könnten. Also alles, was einen 5-6 mm kleinen Welse fressen kann, sollte besser draußen bleiben. Es bieten sich also kleinbleibende Salmerarten an. Bei mir sind es Nannostomus. Prinzipiell spricht auch wenig gegen eine Vergesellschaftung mit Zwerbuntbarschen aus dem Amazonasbecken.

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Das muß aber sorgsam überlegt werden: Alle Offenbrüter haben exakt null Chance, eine Brut auch nur teilweise durchzubekommen. Mein Versuch, dann eben höhlenbrütende Apistogramma einzusetzen, erwies sich dumm. Schlicht bescheuert. Wo eine Meute unterschiedlich großer L 340 ist, wird jede Höhle ausgenommen.

Es gibt diverse, glaubwürdige Berichte, nach denen der ansonsten friedliche L 340 nicht mit anderen Welsen vergesellschaftet werden kann, weil die L340 artdominant und koloniebildend sind. Es gibt zwar keine Bildung großer Reviere pro Brutpaar, aber andere Welsarten werden gnadenlos bekämpft. Ich habe das gar nicht erst ausprobiert. Es wäre mir zu schade um die Welse gewesen (egal wer gewonnen hätte).

Literatur und weiterführende Infos:
- Planetcatfish.com [link]
- L-Welse.com [link]
- Mergus Wels-Atlas, Bd. 2

FdM

Fischart des Monats
Diese Beschreibung wurde im Mai 2015 als Fischart des Monats ausgezeichnet. [Zum Archiv]

Bildquelle: Johannes Busch

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19.03.19 | 05:42 Uhr

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