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Pflanzen | 10.10.06

Pflanzenpflege im Aquarium

Ein Aquarium mit üppig wachsenden Pflanzen und gesunden Fischen darin, mit passendem Unterschrank und der richtigen Beleuchtung ist ein Blickfang in jedem Wohnzimmer.

Ein Artikel von Betty*.

Pflanzenpflege im Aquarium
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Gesunde Pflanzen sind wichtig für das Aquarium.

Bei der Einrichtung des Aquariums sind gesunde Pflanzen nicht nur schönes Dekomaterial - sie spielen auch eine sehr wichtige Rolle indem sie wesentlich zum biologischen Ablauf im Aquarium beitragen.

Grundvoraussetzung hierbei ist natürlich, dass es sich um Pflanzen handelt, die an das Leben unter Wasser angepasst sind. Leider entdeckt man immer wieder Pflanzen im Handel, die wegen ihres Aussehens von der Zimmer- zur Wasserpflanze umfunktioniert wurde. Damit tut man nicht nur der Pflanze keinen Gefallen - man zerstört sich auch eine gute Wasserqualität im Aquarium, weil diese Pflanzen einfach dazu verurteilt sind, langsam unter Wasser einzugehen. Sie vermodern und viele Aquarianer denken dann, bei der Pflanzenpflege etwas falsch gemacht zu haben. D.h. Finger weg von Pflanzen, die z.B. weiß-grün gestreift oder rot-grün gestreift sind. Die gehören eher aufs Fensterbrett anstatt unter Wasser!

Viele Wasserpflanzen sind eigentlich Sumpfpflanzen und werden dadurch in den Gärtnereien "emers" gezogen. D.h., dass nur die Wurzel im Wasser steht und die Blätter an der Luft sind. Im Aquarium benötigen diese Pflanzen einige Zeit, um sich von Luft auf Wasser einzustellen - sprich von "emers" auf "submers". Während dieser Zeit kann eine Pflanze nur begrenzt Nährstoffe aufnehmen und es droht im Anfangsstadium oft eine Algenplage.

Zum gesunden Wachstum brauchen Pflanzen in erster Linie CO2, sie benötigen aber auch eine Reihe mineralischer Nährstoffe, die sich Landpflanzen aus dem Boden holen. Aquariumpflanzen nehmen diese Nährstoffe auch aus dem umgebenden Wasser auf, weshalb auf die richtige Nährstoffversorgung besonders achtgegeben werden soll. Zu empfehlen sind hier spezielle Pflanzendünger, die aber auf keinen Fall Nitrat und Phosphat enthalten sollen, da diese Stoffe von den Fischen produziert werden und somit leider oft im Übermaß im Wasser vorhanden sind - was wiederum zu Algenproblemen führen kann!
Die Zufuhr von CO2 kann als wichtigste Maßnahme zur Verbesserung des Pflanzenwachstums angesehen werden. CO2 steht im Zusammenhang mit der Karbonathärte (KH) und bestimmt mit ihr zusammen den pH-Wert des Aquarienwassers. Mit CO2 kann ein erwünschter pH-Wert dauerhaft eingestellt werden. Welcher pH-Wert das ist, hängt vom jeweiligen Fischbesatz ab, was aber nicht Thema dieses Artikels ist.

Calcium und Magnesium sind ausreichend im Leitungswasser enthalten und sind für den Härtegrad des Wassers verantwortlich. Kalium und Schwefel sind ebenfalls meist im Leitungswasser nachweisbar, allerdings in unterschielicher Menge und können manchmal Mangelware sein. Kaliummangel erkennt man u.a. am "Blattgrünverlust", d.h. die Blätter werden immer hellgrüner, während die Blattnerven dunkelgrün aussehen.

Ganz besonders wichtig für jede Pflanze ist Eisen - es ist ein Hauptnährstoff und wurde im Normalfall aus dem Leitungswasser herausgefiltert. Eisen spielt aber eine zentrale Rolle bei der Photosynthese und sollte deshalb immer in Form eines z.B. flüssigen Pflanzendüngers dem Wasser zugefügt werden. Ein Zeichen von Eisenmangel sind u.a. gelbliche, glasig aussehende junge Blätter.

Zu den wichtigsten Spurenelementen zählen Mangan, Molybdän, Kupfer, Zink, Vanadium und Bor. Molybdän z.B. ermöglicht die Verwertung von Nitrat. Alle diese Spurenelemente sind normalerweise nicht in ausreichender Menge vorhanden und sollten dem Aquarienwasser zugefügt werden. Ein empfehlenswerter Pflanzendünger ist z.B. "Ferropol" von JBL, der Eisen und Spurenelemente in für Aquarienpflanzen abgestimmter Kombination enthält.

Neben der Nährstoffversorgung über das Wasser, ist es aber auch wichtig, dass die Pflanzen mineralische Nährstoffe und Spurenelemente auch über den Boden aufnehmen können. Hier empfiehlt sich ein sog. "2-Schicht-Bodenaufbau". Wer das nötige Kleingeld besitzt, kann als unterstes eine Bodenheizung einbauen. Hierbei wird ein Heizkabel direkt auf die Bodenscheibe des Aquariums verlegt und darauf sollte dann eine ca. 2cm dicke Schicht eines speziellen Nährbodens kommen.

Ich persönlich habe mit solchen Bodenheizungen noch keine Erfahrung, weil es mir in der Anfangsphase meiner Aquarienzeit noch zu teuer war und im Nachhinein schwierig bis fast unmöglich ist, sie einzubauen. Außer im Zuge einer kompletten Aquarienneueinrichtung, was ich im Moment aber noch nicht vorhabe.

Dieser Nährboden ist aber auf alle Fälle zu empfehlen - er enthält alle Nährstoffe, die gerade nach Neueinrichtungen besonders von den Pflanzen benötigt werden. Er fördert ein schnelles Anwachsen der Pflanzen und hilft ihnen dabei, die Wurzeln kräftiger entwickeln zu können. Auf diesen Nährboden kommt dann die 2. Schicht - der eigentliche Bodengrund.

Einsetzen der Pflanzen
Beim richtigen Einsetzen der Wasserpflanzen, die man vom Zoofachhändler oder einem Online-Shop erworben hat, gilt es einiges zu beachten. Immer wieder entdecke ich Aquarien, in denen die Pflanzen samt Plastikkorb und Steinwolle eingesetzt wurden oder (schlimmer noch) einfach damit ins Wasser gestellt wurden. Das sieht erstens nicht nur unnatürlich und sogar hässlich aus - die Pflanze kann so ja nicht ihre Wurzeln entwickeln und anwachsen und wird in absehbarer Zukunft absterben.

Die Pflanzen sollten grundsätzlich erst mal alle Utensilien wie Bleibänder, Plastikkörbe und Steinwolle entfernt bekommen.
Die Wurzeln, die schon sehr lang sind, können mit einer scharfen Schere in etwa ein Drittel gekürzt werden, angefaulte oder sogar schon abgestorbene Blätter sollte vor dem Einsetzen entfernt werden.

Sehr wichtig ist es meiner Meinung nach auch, die Pflanzen vor dem Einsetzen mit lauwarmen Wasser sorgfältig abzuwaschen. In den Blättern und Wurzeln lauert nämlich die Gefahr Nr. 1, sich Schneckeneier ins Aquarium einzuschleppen. Wobei gegen Schnecken grundsätzlich nichts einzuwenden ist, solange sie in einer überschaubaren Anzahl vorhanden sind.

Vor dem Einpflanzen sollte man bereits eine ungefähre Vorstellung haben, wie die neue Unterwasserlandschaft aussehen soll. Eventuell kann man sich auch eine Skizze vorher anfertigen. Wichtig hierbei ist es, dass keine Eintönigkeit entsteht. Es gibt eine Vielzahl von Arten, Formen und Farben bei den Pflanzen, so dass man ganz tolle Kontraste ins AQ bringen kann. Ausprobieren heißt hier die Devise!

Beim Einsetzen selbst werden die Pflanzen mit dem unteren Ende (=der Wurzel) tief in den Bodengrund gesteckt und anschließend bis zum Wurzelhals vorsichtig wieder hochgezogen. Jetzt folgt eine sogenannte Anwachsphase, die je nach Aquarienpflanze 3-4 Wochen dauern kann. Diese Zeit benötigen die Pflanzen um zur Ruhe zu kommen und sich vor allem an die neue Umgebung anpassen zu können.

Wie schon beschrieben, sind viele Pflanzen emers gezogen worden und müssen jetzt erst die Luftblätter aus der Gärtnerei durch Wasserblätter ersetzen. Ist dies geschehen, dann beginnen die:

Pflegemaßnahmen der Aquarienpflanzen
Pflegemaßnahme Nummer 1 ist der regelmäßige Teilwasserwechsel.
Er ist sowohl für Pflanzen, als auch für Fische notwendig. Wie oft man das Wasser wechselt - darüber scheiden sich die Geister. Ich wechsle einmal wöchentlich immer ca. 20% des Wassers und bin bis jetzt ganz gut gefahren damit.

Im Zuge dieses Wasserwechsels ist auch eine Nachdüngung der Pflanzen zu empfehlen und mit der Zeit wird man auch zum "Gärtner" seiner Aquarienpflanzen werden. Bei gutwachsendem Pflanzenbestand wird ein Auslichten der höher wachsenden Pflanzen und Abtrennen von Ausläufern notwendig werden. Ältere Blätter von Stengelpflanzen können entfernt werden, damit die Pflanze wieder mehr Kraft hat um sich auf die jungen, frischen Triebe konzentrieren zu können.
Schnellwüchsige oder sich sehr schnell vermehrende Schwimmpflanzen, wie z.B. die Wasserlinse, entziehen dem Wasser zwar in der Anfangszeit viele unerwünschte Schadstoffe und bieten für viele Fische (vor allem Jungfische) ideale Versteckmöglichkeiten - sie nehmen den Bodenpflanzen aber mit der Zeit sehr viel Licht weg. Daher ist ein regelmäßiges Abschöpfen notwendig.

Achtung aber, wenn man in seinem Aquarium Fische hält, die Schaumnester bauen! Diese Schwimmpflanzen werden oft als Ablage für die Schaumnester verwendet und man sollte daher sehr aufpassen, dass man nichts zerstört!

Zu guter Letzt möchte ich noch auf die Beleuchtung zu sprechen kommen. Die richtige Beleuchtung ist natürlich das Um und Auf für ein gesundes Pflanzenwachstum, sie liefert die lebensnotwendige Energie, die die Pflanzen brauchen. Pflanzen benötigen das volle Spektrum des Lichtes, um optimal gedeihen zu können. Hier bieten sich sogenannte "Vollspektrumröhren" an, die nicht nur Pflanzen sprießen lassen, sondern auch Algen verschwinden und die Bewohner in ihrer vollen Farbenpracht erscheinen lassen.
Eine Beleuchtungsdauer von 10-12 Stunden pro Tag ist anzustreben, wobei es viele unterschiedliche Meinungen über Beleuchtungspausen gibt. Ich persönlich halte mittels Zeitschaltuhr pro Tag eine regelmäßige Beleuchtungszeit von 11 Stunden ein, mit einer Beleuchtungspause von 3 Stunden um die Mittagszeit.

Bildquelle: aquatom

Durchschnittliche Bewertung: 10.0 von 10 Punkten - 1 Stimmen

Kommentare

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"Fachhandel"

» Gepostet von Emma, 17.08.07, 19:43

Na prima, da kaufe ich für teuer Geld eine wunderhübsche Pflanze und lese hier, dass sie - weil grün-weiß gestreift - sehr wahrscheinlich gar nichts in meinem AQ zu suchen hat... Haben sich meine Fische offenbar auch gedacht und das gute Stück komplett kahl gepflückt... :dream:

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:help:


Beleuchtungspause

» Gepostet von Betty*, 15.10.06, 12:05

Das mit der Beleuchtungspause ist so eine Sache. Manche schwören darauf, andere lassen das Licht durchgehend leuchten.
Ich bin der Meinung, dass es in erster Linie der (wie schon oft erwähnten) Algenreduzierung dient. Angeblich beginnen die Algen nach ca. 4 Stunden zu wachsen und wenn man somit nach 4 Sunden Beleuchtung eine Pause einlegt, kann man das Algenwachstum wesentlich verringern.
Zweitens kann man eine Beleuchtungspause über Mittag auch dahinein erklären, dass der CO2 Wert dadurch weniger drastisch sinkt als wenn die Beleuchtung durchgehend an ist. Die Pflanzen verbrauchen bei intensiver Lichteinwirkung sehr viel CO2 und es kann dadurch zu einem CO2 Mangel kommen. Vor allem wenn kein CO2 durch einen Düngeanlage zugeführt wird. Was wiederum durch eine Pause eventuell etwas kompensiert werden kann.
Und letztens simuliert eine Beleuchtungspause um die Mittagszeit die am Äquator und in den Tropen allgemein häufigen Mittagsgewitter. Ich denke, dass sich die Fische bei einer Mittagslichtpause wohl fühlen und außerdem ist es da ja nicht ganz dunkel im AQ. Sonne weg ist nicht gleich finster!
Das ganze sollte wie gesagt mit einer Zeitschaltuhr geregelt sein, damit es immer zur gleichen Zeit stattfindet und die Fische somit einen gewissen Rhythmus haben, an den sie sich gewöhnen können.

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Lg
Bettina :-)
Endlich sind Fotos von meinem AQ da!!!
Freu mich über Verbesserungsvorschläge (und natürlich auch über Lob.... grins )
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Beleuchtungsdauer

» Gepostet von plankton, 13.10.06, 17:12

Was spricht denn für eine Beleuchtungspause um die Mittagszeit und was soll die bringen - außer der schon öfter erwähnten Algenreduzierung? Wie lange sollte die Pause sein und stört die nicht den normalen Tagesrythmus der Fische?

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» Gepostet von aquatom, 11.10.06, 21:14

Nee, hab ich nix dagegen; lass es ruhig da!
Hat mich halt nur gewundert! :)

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Oba wenn ma so dou, wie wenn ma wos dan, dann dan ma ja wos, weil ma so DOU, wie wenn ma wos dou dadn


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» Gepostet von Sebastian, 11.10.06, 21:08

Ich wars, wer sonst...

Soll ich's löschen?

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Ich war`s nicht!

» Gepostet von Betty*, 11.10.06, 21:04

Nicht mich verdächtigen! Ich bin unschuldig! grins
Frag mal den "Boss"... ;-)

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Bettina :-)
Endlich sind Fotos von meinem AQ da!!!
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Ach ja

» Gepostet von aquatom, 11.10.06, 20:58

Übrigens: TOLLER ARTIKEL :thumb:

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Bild

» Gepostet von aquatom, 11.10.06, 20:57

:lol:
Wer hat denn hier mein Bild geklaut?
Ich habs nicht eingesetzt! :lol:

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SUPER!

» Gepostet von Goldfisch15, 10.10.06, 14:31

Toller Artikel Betty*, find ich gut!

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Zusammenlegung

» Gepostet von Sebastian, 10.10.06, 13:35

Hallo!

Ich habe Teil 1 und Teil 2 zu einem Artikel zusammengefügt, da dies um einiges übersichtlicher ist!

Gruß.

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14.12.18 | 02:21 Uhr

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