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Fische | 15.05.12, 17:38

Lösungsschlüssel zu heiß umkämpften Aquaristikthemen

Liebe Aquarianer!
In einem vielseitigen und beliebten Hobby wie der Aquaristik kursieren immer wieder verschiedene Ansichten und Informationen zu manchen Themen. Hier einige Beispiele aus dem aquaristischen Alltag und eine kleine Lösungshilfe, die diese sehr häufig und sehr kontrovers diskutierten Themen ansatzweise lösen sollen. Es handelt sich dabei nach Willen des Autors weniger um eine Meinung, sondern um grundsätzliche Punkte, die bei den meisten Zustimmung finden dürften. Dann wird daraus ein logischer Schluss gefolgert.

Ein Artikel von Mopani.

Lösungsschlüssel zu heiß umkämpften Aquaristikthemen
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Kann ich auch zwei von denen...?

I. Generell gilt:
1. Wir wollen das Beste für unsere Tiere, weil wir als Halter die Verantwortung für sie haben und ein glückliches Tier auch uns mehr Freude macht.
2.Fische sind alle individuell, man kann vom einen nicht auf den anderen schließen.

II. 1 cm = 1 Liter???
Bei der Bestimmung der Besatzdichte empfehlen viele Sachbücher, Zoohändler und sonstige Ratgeber gerne eine feste Bestimmungsregel. Dieser Leitfaden - 1cm Fisch = 1 Liter Wasser - ist als Richtlinie für Anfänger ohne Fachwissen und Erfahrung nicht zu empfehlen.
Sie muss nämlich erweitert werden:
1. Fische sind individuell, daher gibt es keine feste Formel für alle Fische, nicht einmal pro Art.
2. Das Aquarium muss eine Mindestgröße haben, die der Agilität und Endgröße der Insassen entspricht.
3. Zu groß geht nicht, aber zuviele Tiere. Dabei sollte man für den Anfang lieber Fische in über 30 Litern Beckenvolumen (es gibt auch Kleinstfische als Ausnahme)halten, Garnelen nicht unter 10 Litern.

Der Halter ist gefragt, kritisch zu hinterfragen, ob der angebotene Platz genug ist. Anfänger sollten sich Zeit nehmen und die Tiere im Zoohandel oder Zoo, Freund, etc. zu beobachten:
1. Ist die Art bewegungsfreudig?
2. Wie groß werden die Tiere?
3. Sind sie revierbildend?
4. Wie schnell vermehren sie sich?

Bevor man sich dann zwischen verschiedenen Arten entscheidet, sollte man sich überlegen:

1. Nutze aus, dass verschiedene Arten in verschiedenen Wasserzonen schwimmen. Wähle also beispielsweise Panzerwelse für die Bodenbereiche, eine andere Art für die Mittel- und eine für die oberste Wasserzone. So verteilt sich der Besatz am harmonischsten aufs AQ.

2.Orientiere Dich bei der Auswahl ungefähr an natürlichen Gegebenheiten. Gestalte beispielsweise Dein Aquarium so, dass es für südamerikanische Fische passt, die dichtbewachsene, langsam fließende Bäche passt. Dann kannst Du sicherer feststellen, ob der Besatz von seinen Bedürfnissen her zusammenpasst.

3.Nicht zu viel. Trotz der Qual der Wahl solltest Du das AQ selbstverständlich nicht überbesetzen. In diesem Fall reichen 2 bis 3 Arten aus.


III.Konkretes Beispiel: Kann man Kampffische eigentlich zu mehreren halten?
Viele Fischarten sind von Tier zu Tier und von Art zu Art unterschiedlich bezüglich ihres Charakters und ihres Verhaltens. So zum Beispiel der Kampffisch (Betta splendens). Sein Name sorgt immer wieder für Verwirrung, weil er nicht so kämpferisch im Verhalten ist, wie man meinen könnte. Nur wenn andere Kampffisch-Männchen hinzukommen, wird es wild. Oder doch nicht? Manche Halter haben beobachtet, dass bei der Vergesellschaftung von Betta splendens nicht immer die Fetzen fliegen.
Dennoch lässt sich ersehen, dass das Eingehen eines Risikos, welches klar bei der Vergesellschaftung zweier (männlicher) Kampffische besteht, in diesem Fall der Tod eines Kontrahenten und schwere Verletzungen beim Sieger, aus der Perspektive der artgerechten Haltung nicht unbedingt gegeben ist. In der Natur haben die Tiere mehr Platz, um sich auszuweichen. Im Aquarium müssen die menschlichen Verantwortungsträger aufpassen, dass die Tiere passende Gesellschaft haben, sodass sie unbeschadet bleiben. Da man im Vorfeld aber nicht weiß, wie sich das Tier charakterlich verhält, sollte man auf einer sicheren Schiene fahren, um das Wohl des Tieres nicht zu gefährden. Das bedeutet: auch, wenn es mal irgendwo einen Ausnahmefall von Bruderfrieden gegeben hat, kann man dies nicht verallgemeinern. Somit sollte man besser nichts riskieren und zwei Tiere vergesellschaften. In der Tat tragen Kampffische den Namen, weil sie in ihrer Heimat Thailand zu Schaukämpfen eingesetzt wurden und werden. Es ist somit eher davon auszugehen, dass sie sich in den meisten Fällen bekämpfen werden. Wir schließen:
1.Zwei Kampffische gemeinsam zu halten kann gut gehen, aber auch mit schweren Kämpfen enden. Um diese sicher zu vermeiden ist es besser, die Tiere stets von vornherein zu trennen.
2. Im Sinne der Artgerechtigkeit ist es Pflicht des Halters, sich im Vorfeld gut über seine Schützlinge zu informieren, um festzustellen, ob
3. Tiere, die ihm gefallen, auch miteinander bezüglich ihrer Ansprüche an Wasser und Platz, etc. harmonieren.
4. Hierbei sind seriöse Quellen zu bevorzugen, wozu Zoohändler laut zahlreichen Erfahrungsberichten (Ausnahmen gibt es natürlich) nicht zählen. Selbstverständlich gibt es auch überaus kompetente Fachhändler, doch man kann dies nicht als Standard ansehen, da Händler nun mal Händler und nicht Berater sind.

Mit etwas Vernunft und Logik kann man also heiß umstrittene Themen wie diese gut umschiffen. Wichtig ist es, zum Wohl der Tiere zu entscheiden und sich umfassend zu informieren, um Fehlinformationen weitestgehend auszuschließen.

Bildquelle: Mopani

Durchschnittliche Bewertung: 8.3 von 10 Punkten - 6 Stimmen

Kommentare

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Kommentar

» Gepostet von Mopani, 09.03.13, 13:05

So, kleine Überarbeitung. grins
vg


Kommentar

» Gepostet von lei, 15.09.12, 13:37

Hey,

insgesamt ein guter Artikel, auch wenn man das Thema warscheinlich noch endlos ausufern lassen könnte, so ist es für Einsteiger ideal und kompakt.

Gruß,
Isabel

_________________
"Gefährlich ists den Leu zu wecken,
Verderblich ist des Tigers Zahn,
Jedoch der schrecklichste der Schrecken
Das ist der Mensch in seinem Wahn."
-F.Schiller / Auszug "Das Lied von der Glocke"
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Jetzt dazugekommen: Garnelen-habitiat [link]
Der gefallene Ast in 30L. Wie gefällt er euch?
[link]
160L Becken [link] Update 15.12.11


Kommentar

» Gepostet von Blacky, 21.05.12, 18:46

Kleinstfische sind nicht zwangsläufig für kleine Becken geeignet, würde die Klammer einfach weglassen. Dann passts ;)


Kommentar

» Gepostet von Mopani, 21.05.12, 14:03

Vielen Dank für Deinen Kommentar!
Ich mache es prompt so... :grins:
vg


Kommentar

» Gepostet von woody2011, 20.05.12, 22:24

Hallo Mopani · Wieder einmal (erwartungsgemäß :wink: ) ein guter Artikel.

Lediglich ein Punkt in der Gliederung hat mich beim ersten Lesen einige male durcheinander gebracht.

Wenn Du in arabischen Zahlen durchnummerierst und dann die Unterpunkte wiederum arabisch, kommt man etwas durcheinander, ging mir jedenfalls so. Hier würde es sich ggf. anbieten, entweder lateinische und arabische Ziffern zu benutzen, oder die Unterpunkte mit a-d zu bezeichnen oder unter den Punkt 1 den Unterpunkt 1.1, 1.2, 1.etc.

Ansonsten - weiter so.
LG

_________________
8-)


Kommentar

» Gepostet von Mopani, 20.05.12, 13:48

Besser so? :)
vg


Kommentar

» Gepostet von Blacky, 18.05.12, 19:04

Moin,
Ich finde es im Großen und Ganzen in Ordnung.

Nur den Satz mit den 30l würde ich in der Form abändern, dass es für Anfänger empfehlenswert ist Beckengrößen über 30l anzustreben.
So schließt man die Kleinstaquaristik nicht aus, verleitet aber auch nicht Anfänger mit zu kleinen Becken zu beginnen.

gruß Pierre


Kommentar

» Gepostet von Mama-im-Einsatz, 15.05.12, 17:48

Super,

vielen lieben Dank. Ich werde den Artikel als Ankuendigung nochmals beim Board Fische mittels Quote einfuegen.

Danke Dir.

_________________
Viele Grüße, Katharina
------------------------------------------------

s=k. log w = Entropie;


Kommentar

» Gepostet von Mopani, 15.05.12, 17:39

Hallo!
Auf Wunsch der Moderation sollen diese Posts von mir für die schnellere Einsicht als Artikel konserviert werden.
Bei weiteren Streitthemen würde ich mich im Sinne der Ergänzung interessiert zeigen.
vg Mopani


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