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Wasserchemie | 05.12.06

Wasserwerte und Wasserinhaltsstoffe im Süß- und Meerwasseraq

Eine kurze Abhandlung der verschiedenen Wasserwerte als Übersicht

Ein Artikel von Anton_Gabriel.

Wasserwerte und Wasserinhaltsstoffe im Süß- und Meerwasseraq
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Wasserwerte und Wasserinhaltsstoffe im Süß- und Meerwasseraq

Wasserwerte und Wasserinhaltsstoffe im Süß- und Meerwasseraquarium

Vortrag am 03.06. 2005 in Steyr beim 1. Verein der Aquarien- und Terrarienfreunde Steyr

Von Ing. Anton Gabriel [link] hobby@anton-gabriel.at

Einleitung:

Wenn wir Menschen das Medium in dem wir leben: die Luft die wir atmen in der Zusammensetzung verändern so können wir Beschwerden bekommen oder sterben nicht nur der Sauerstoffgehalt von dem wir leben ist dafür maßgebend.
Das Medium in dem die Wassertiere leben ist Wasser in einer komplexen Zusammensetzung von Inhaltsstoffen welche alle mehr oder weniger Einfluss auf die Fische und Pflanzen haben.

Während wir Menschen recht empfindlich auf Veränderungen reagieren, können sich unsere Fische im Aquarium diesen Luxus nicht leisten bei falscher Zusammensetzung von hunderten Prozent reagieren viele Fische immer noch gelassen ein merkliches Unwohlsein sieht man erst bei Werten die eben schon echt gefährlich werden.

Ob ein Fisch eine breite Bandbreite an Wasserinhaltsstoffen verträgt oder nicht hängt auch oft damit zusammen wie groß und dementsprechend stabil die Herkunftsgewässer sind. Fische aus kleinen Tümpeln sind oft anpassungsfähiger wie Fische aus speziellen Verhältnissen großer Flüsse (Weichwasserfische) oder eben Fische aus dem Meer. Im Umkehrschluss ist es in so winzigen Aquarien wie wir sie betreiben ungleich schwieriger halbwegs stabile und auch für empfindlichere Fische geeignete Wasserverhältnisse herzustellen und beizubehalten.
Eine der verantwortungsvollen Möglichkeiten ist die Beobachtung der Wasserwerte und gegebenenfalls deren Korrektur.

Welche Wasserwerte ?

In einem kurzen Beitrag ist es unmöglich auf alle Details von Wasserwerten einzugehen, somit beschränke ich mich auf Werte und Tipps die vielleicht nicht so bekannt sind.

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Temperatur
Bekannt. Wichtigkeit: hoch

Farbe
Die Farbe des Wassers ist normalerweise farblos und durchsichtig (wenn nicht gezielt durch z.B.: Torfextrakt eine Färbung des Wassers herbeigeführt wird). Wenn das Wasser, ohne besondere Behandlung langsam gelblich wird, dann ist das ein Anzeichen, dass das Wasser durch Gelbstoffe zu alt wird und gewechselt gehört. Testen kann man das, indem man einen weißen kleinen Teller halb ins Wasser hält (im hinteren Teil des Aquariums) und von vorne den Teller ansieht; wenn der Teller im Wasser deutlich gelber wird, ist das Wasser zu alt. Wenn man regelmäßig Wasser wechselt, sollte keine Gelbfärbung des Wassers auftreten. Messbar ist altes Wasser auch über den Wert der phenolschen Verbindungen.
Wichtigkeit: mittel

Dichte (im Salzwasser) 1.022 bis 1.024 entspricht etwa 50 Millisiemens Leitfähigkeit
Bekannt. Wichtigkeit: hoch

PH-Wert
Der pH-Wert des Wassers - die sog. Wasserstoffionenkonzentration sagt aus, ob das Wasser sauer oder basisch ist. Das Wasser ist neutral, wenn der pH-Wert bei 7 liegt, sauer unter 7 bis vielleicht 5 und über 7 bis vielleicht 8,5 ist das Aquarienwasser basisch. Beeinflusst wird das durch gelöste Salze und Laugen, z.B.: Karbonate und Bikarbonate - der sogenannte Kalk im Wasser, welcher den pH-Wert hebt oder durch Säuren und Laugen, z.B.: Kohlensäure (insbesondere bei CO2-Düngung), Salpetrige Säure (welche beim Umbau von Eiweißstoffen aus Futter und Ausscheidungen der Fische entsteht) oder zugeführte Säuren z.B.: aus Torf oder Erlenzäpfchen. Der pH-Wert schwankt im Laufe des Tages und je nach Belichtung und ev. CO2-Düngung um bis zu fast einer Einheit (10-fache Konzentration !) Bei sehr geringer KH kann die Schwankung bedeutend höher sein !

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Messen können wir den pH-Wert durch Teststreifen (meist recht ungenau mit Ausnahmen), Tropfentests (ok), und elektronisch (recht genau aber etwas teuer und wartungsbedürftig). Meist wollen wir den pH-Wert senken (Leitungswasser hat meist pH 8,5), was am Zielführendsten durch Absenken der Karbonathärte auf bis zu 3 Grad KH und erst anschließende Zufuhr von pH-senkenden Mitteln erreichen.

Im Salzwasser wird der pH-Wert großteils durch die Karbonathärte bzw. das Säurebindungsvermögen bestimmt CO2 ist im Salzwasser nicht so wichtig wie im Süßwasser.

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Hier ist die Abhängigkeit des pH-Wertes von der KH (SBV) zu sehen wir sehen deutlich die sog. Pufferung bei pH über etwa 8,5. Bei Karbonaten (z.B.: Kalkwasser) ist der pH-Wert bis etwa 12.

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Und hier so eine typische Farbskala für einen Süßwasser-pH-Test
Wichtigkeit: sehr hoch


Karbonathärte SBV
Die Definition der KH ist interessanterweise so, dass man sie als Amateur nie messen kann ! Was wir messen ist eigentlich das Säurebindungsvermögen bis pH 4,3!
KH ist jener Anteil an Magnesium- und Calziumsalzen (vereinfacht), der durch Verbindungen mit Karbonate und Bikarbonate (Hydrogenkarbonate) gebildet werden. Das sind auch jene Härtebildner, welche sich nach langem Kochen als Kalk absetzen - deswegen auch als temporäre Härte bezeichnet. Dieser Wert ist ein theoretischer und nicht messbar, weil mit den Karbonathärtetests wird das Säurebindungsvermögen gemessen und darin sind auch u.a. Natriumverbindungen mit Carbonaten und Bicarbonaten enthalten.
Diese Art der Härte ist noch viel wichtiger, da ihre Salze - im Gegensatz zur Gesamthärte - laugenbildende Salze sind! Starke Lösungen von Karbonaten können (im Aquarium kaum) einen pH-Wert von über. 10 haben. Im Aquarium kommen fast nur Bikarbonate (Hydrogenkarbonate) vor und die erreichen maximal einen pH-Wert von 8,6 (durch den Einfluss von CO2 bzw. Kohlensäure tatsächlich geringer.
Im Zusammenwirken mit dem CO2-Gehalt des Wassers machen diese Bikarbonate auch den pH-Wert des Wassers aus (zusätzlich beeinflussen andere Säuren den pH-Wert). Je kleiner der Karbonathärteteil des Wassers ist, desto leichter erreicht man kleineren pH-Wert - desto leichter kann der pH-Wert aber auch schwanken - höhere Karbonathärte hält den pH-Wert also konstanter aber auch höher. Besonders zu Beginn kann ich keine geringere Karbonathärte als 3 empfehlen - erfahrene Aquarianer haben auch Weichwasseraquarium mit KH kleiner 1. Karbonathärte wird auch meist mit Tropftests in deutschen Härtegraden gemessen.

Im Salzwasser macht sich voll, der bei pH-Wert beschriebene Effekt der KH bzw. SBV von Bikarbonaten durch Pufferung des pH-Wertes bei etwa 8,2 bis 8,6 zunutze (CO2 ist dort meist nur minimal vorhanden).

Die KH/SBV ist sehr wichtig, weil sie auch für den pH-Wert mitzuständig ist und viele Fische ihr Wohlbefinden und Laichbereitschaft mit der KH/SBV verbinden (Beispiel: viele Salmler kann man nur bei KH bis maximal 1 züchten bei rel. Hoher GH bis 6 Glühlichtsalmler)

Die Messung ist durchwegs mit Tropftests ausrechend genau. Meist ist 1 Tropfen 1 Grad KH man kann noch bis 4 mal verdünnen um 4 Mal genauer zu messen oder noch genauer: Man verdünnt beliebig (z.B. 10 mal) und misst während des Zutropfens den pH elektrisch bis zum pH 4,3 dadurch kann man auch KH auf 1/10 Grad genau bestimmen.

Wichtigkeit: sehr hoch.

Gesamthärte
Das ist jener Anteil an in Wasser gelösten Stoffen, die durch Calcium, Magnesium, Strontium und Barium gebildet werden (die sogenannten Erdalkaliionen). Strontium und Barium können wir gleich wieder vergessen, die kommen im Süßwasser kaum vor. Also bilden Calcium und Magnesium praktisch die Gesamthärte. Außerdem kommen Calcium und Magnesium praktisch nie alleine im Wasser vor - je nachdem welche Verbindungen noch im Wasser vorkommen ergeben sie Karbonathärte oder / und Leitfähigkeit. Wir messen die Gesamthärte meist in Grad deutscher Härte z.B. mit Tröpchentests. Vereinfachte gesagt: alle Salze, deren Bezeichnung mit "Calcium" oder "Magnesium" beginnt ergibt im Wasser Gesamthärte.
Im Salzwasser ist die Gesamthärte extrem hoch über 300 GDH aber nur über den Leitwert/Dichte bzw. bei der Magnesiumbestimmung interessant. 1400 mg/l Magnesium (300 GDH), 400 mg/l Calzium (50 GDH), 8 mg/l Strontium (< 1 GDH).

Vereinfachung:
Jeder Stoff der mit Calcium oder Magnesium beginnt ist in der Gesamthärte enthalten.
Jeder Stoff der mit Carbonat, Bikarbonat oder Hydrogenkarbonat endet wird in der Karbonathärte gemessen.
Alle anderen Stoffe sind nicht in der Härte enthalten sondern erhöhen nur die Leitfähigkeit des Wassers.

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Beispiele:
Calciumsulfat (Gips) bildet nur Gesamthärte.
Magnesiumsulfat bildet nur Gesamthärte.
Magnesiumkarbonat bildet Gesamthärte und Karbonathärte.
Natriumbikarbonat (Speisesoda) bildet nur Karbonathärte.
Natrumchlorid (Speisesalz) bildet keine Härte - macht sich in erhöhter Leitfähigkeit bemerkbar.
Natriumnitrat bildet keine Härte.
Kaliumchlorid bildet keine Härte.
Eisenchlorid bildet keine Härte.

Messung: mit Tröpfchentests zur groben Bestimmung mit Streifentests.
Wichtigkeit: mittel im Salzwasser gerung.


Leitfähigkeit
So wird im Mikrosiemens pro Zentimeter angegeben praktisch der elektrische Widerstand (Kehrwert) des Wassers gemessen. Hier kann man auch alle anderen Stoffe messen, die nicht in der Härte enthalten sind (Chloride, Nitrate, Bestandteile von Düngern wie Eisen und Kalium).
Ein Härtegrad hat etwa knapp über 30 Mikrosiemens pro Zentimeter. Hat man also eine Härte von 10 und misst 350 Mikrosiemens dann ist das Wasser offensichtlich recht frisch und wenig verunreinigt > misst man 500, dann sind schon sehr viele andere Salze entstanden und ein Wasserwechsel wird fällig.
Im Salzwasser ist die Leitwertbestimmung die genauere Methode um den Salzgehalt bzw. die Dichte zu beurteilen.

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Wichtigkeit: Im Süß- wie im Salzwasser hoch (Salzwasser wegen der Salinität, im Süßwasser als Merkmal des Anstieges des Gesamtsalzgehaltes > Wasserwechsel)

Calzium
ist in der Härte enthalten und beträgt wenige Milligramm pro Liter bis einige 10 mg/l. Eine gesonderte Messung ist möglich (Tropftests) aber im Süßwasser nicht erforderlich.
Im Salzwasser ist es fürs Wachstum von Korallen z.B. unentbehrlich und sollte um 400 mg/l liegen.
Wichtigkeit: gering im Salzwasser hoch.

Magnesium
ist in der Härte enthalten und es gilt das Selbe wie bei Kalzium. Eventuelle Hebung mit Magnesiumsulfat.
Im Salzwasser wieder z.B. für das Korallenwachstum erforderlich der Wert soll um 1400 mg/l liegen. Messung an sich möglich billiger Test mir nur im Eigenbau bekannt (verkappte Gesamthärtemessung).
Wichtigkeit: gering im Salzwasser hoch

Sulfat
ist in der Härte enthalten und beträgt weinige bis einige 10 mg/Liter. Eine gesonderte Messung ist nicht möglich (nur mit giftigen Messmitteln) und auch nicht erforderlich. Hebung durch Gips im Wasser.
Wichtigkeit: gering

Ammonium/Ammoniak
entsteht als der erste Stoff bei der sog. Nitrifikation - des durch hauptsächlich von Bakterien bewirkten Umbaus von Eiweißstoffen etc. besonders aus Futter und Ausscheidungen der Fische beginnend über Ammonium/Ammoniak zu Nitrit und zum vorläufigen Endprodukt Nitrat. Die Wirkung von Ammonium/Ammoniak ist vom pH-Wert abhängig.

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Beispiel: bei pH 7,5 und Ammonium 0,5 ist der Ammoniak bei unbedenklichen 0,01 mg/l

Im sauren Bereich liegt nur ungiftiges Ammonium vor - im basischen Bereich auch etwas giftiger Ammoniak. Geringe Mengen sind im Aquarium harmlos und werden sogar von den Pflanzen als Nahrung aufgenommen. Im Aquarium sind normalerweise nur Spuren feststellbar. Wenn einige zehntel Milligramm pro Liter zu messen sind, dann kann es sich um ein neu eingerichtetes Aquarium handeln (noch nicht eingefahren) oder es liegen größere Probleme vor (z.B.: ungeeignete Filterung, Überfütterung, zu viele Fische) - diesfalls ist jedenfalls ein Wasserwechsel zur Reduzierung des Wertes sinnvoll und anschließende Behebung der Ursache.
Wichtig: ein zu hoher Ammoniakgehalt oder ein zu geringer pH-Wert - weit unter 5 (übrigens auch ein zu hoher Nitritwert) kann die Nitrifikation zum Erliegen bringen ! Also wenn beim Einfahren der Wert sehr hoch steigt und nicht sinken will >>> Wasserwechsel bzw. pH-Korrektur.


Grundsätzlich gilt der vorige Absatz auch für Salzwasser lediglich Filter sind dort anders zu werten bzw. ist der pH-Wert im Salzwasser immer leicht basisch.
Für die Messung gibt es relativ genaue Tropftests. Senkung durch Wasserwechsel.
Wichtigkeit: beim Einfahren sehr hoch, sonst hoch

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Nitrit
ist wie bei Ammonium/Ammoniak angegeben die nächste Stufe des bakteriellen Umbauverfahrens, welches zum Teil im Filter und zum Teil im Bodengrund/Mulm erfolgt bzw. im Salzwasseraquarium in den lebenden Steinen. Nitrit ist für Fische hochgiftig und sollte im Aquarium nicht nachweisbar sein - anderenfalls rascher und massiver Wasserwechsel im Salzwasser theoretisch auch Ozonisierung (außer beim Einfahren hier nur wenn der Nitritwert über 10 mg/l ansteigt). Beim Einfahren eines neuen Beckens zeigt das Ansteigen und anschließende Abfallen des Nitritwertes (Nitritspitze) den Beginn der richtigen Funktion der Nitrifikation und Filterwirkung an (kann 2 bis 3 Wochen maximal dauern). Die Messung erfolgt mit Streifentests (manchmal sehr ungenau und wegen der Gefährlichkeit von Nitrit an sich abzulehnen) und durch Tropfentests. Senkung durch Wasserwechsel.
Wichtigkeit: beim Einfahren sehr hoch, sonst hoch

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So ein (kleinerer) Einfahreffekt mit durchaus gefährlichen Spitzen kann es auch kommen, wenn man z.B. nach längerer Unterbrechung der Fütterung der Fische wieder zu füttern beginnt (Urlaub oder neue Fische).

Nitrat
ist verhältnismäßig harmlos im Süßwasseraquarium, dient wegen Mangel an Ammonium als Pflanzennahrung - im Übermaß soll es ja Algen fördern - und zeigt meist durch stetiges Ansteigen das Erfordernis eines Wasserwechsels an. So zwischen 25 bis 50 mg/ Liter sollte es spätestens soweit sein.
Im Salzwasser ist es über wenigen Milligramm/Liter schwer schädigend auf viele Korallen und fördert massiv Algenwachstum.
Nitrat kann mit Streifen (nicht sehr genau) und mit Tropftests gemessen werden sehr genau und teuer elektronisch mit Ionensensitive Elektroden im Eigenbau kann man Tropftests auch bis zu einer Empfindlichkeit von 0,1 mg/l herstellen.

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Hebung (in seltenen Fällen bei zu großem Bedarf der Pflanzen und wenigen Fischen möglich) durch Kaliumnitrat - Senkung durch Wasserwechsel oder Nitratfilter (Schwefelfilter)
Wichtigkeit: mittel im Salzwasseraquarium hoch.

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Grenzwerte der Nitrifikationsprodukte im Süßwasser.

Phenolsche Verbindungen
Machen sich in klarem Wasser durch leichte Gelbfärbung bemerkbar (siehe Farbe des Wassers) und sollten an sich ein Grund sein Wasser zu wechseln oder wieder einmal über gute Filterkohle zu filtern (besonders Salzwasser). Messung mit Tropftest möglich.
Wichtigkeit: ungewiss (zu wenig erforscht)

Chlorid
ist im Süßwasseraquarium ein Spurenelement und für die Pflanzen als Nährstoff in geringem Maß erforderlich. Im Aquarium sammelt es sich nur ähnlich wie das Nitrat an - nur dass Nitrat von Pflanzen aufgenommen werden kann - Chlorid nur in sehr geringem Ausmaß. Tatsächlich reichert sich Chlorid im Aquarium durch Futter und Ausscheidungen oft schneller an als Nitrat und ist eigentlich der geeignetere Anzeiger für einen Wasserwechsel. Chlorid im hohen Ausmaß (über 100 bis 200 mg/l) schädigt viele Pflanzen (gelb werden - Chlorose). Chlorid ist mit Tropfentests messbar, auch wenn es in der Aquaristik nur wenig angewendet wird. Senkung durch Wasserwechsel.
Wichtigkeit: mittel (im Süßwasser)

Kalium
ist ein lebensnotwendiger Stoff für Tiere und Pflanzen und ist im Süßwasserquarium meist zu wenig vorhanden (Sollwert etwa 5 mg/Liter). Die Kaliummessung ist mit Tropftests möglich und bei Pflanzenproblemen anzuraten. Hebung durch Zugabe von Kaliumcarbonat, Senkung durch Wasserwechsel (meist nicht erforderlich). Im gut bepflanzten Aquarien ist ein Kaliumwert von 5 mg/l in drei Tagen verbracht.
Wichtigkeit: mittel, bei Pflanzenproblemen hoch im Salzwasser ungewiss.

Mangan
ist ähnlich wie Eisen als Spurenelement im Süßwasseraquarium für Pflanzen erforderlich (etwa 0,05 mg/l). Die Messung ist mit (teuren) Kauftests möglich und bei Pflanzenproblemen anzuraten. Hebung durch Zugabe von Mangan2Sulfat (chelatiert), Senkung meist nicht erforderlich.
Wichtigkeit: mittel, bei Pflanzenproblemen hoch

Eisen
ist für die Pflanzen im Süßwasseraquarium als Spurenelement erforderlich (unter 0,1 mg/l). Eisen fällt (wie auch Mangan) im Aquarium leicht als Feststoff aus, sodass es meist mit sog. Chelatoren (verhindern das Ausfallen) verbunden im Aquarium als Dünger zugegeben wird. Die Messung ist mit Tropftests möglich und kann an sich auf 0.01 mg/l genau gemessen werden, und sollte bei Düngung oder bei Pflanzenproblemen erfolgen. Der Test sollte chelatiertes Eisen messen können. Hebung durch Zugabe von Eisen3Sulfat (als Hydrat, chelatiert), Senkung durch Wasserwechsel. Eisen verbindet sich im Übermaß auch sehr leicht mit Phosphat und fällt (meist im Filter) aus bei Wasserwechsel kann es dann zu Rücklösung kommen und der Eisen- bzw. der Phosphatwert sinken kaum. Tritt das auf kann man nur den Bodengrund absaugen und den Filter reinigen.
Wichtigkeit: mittel, bei Pflanzenproblemen hoch

Phosphat
ist in geringen Mengen für die Pflanzen im Süßwasseraquarium als Dünger erforderlich (bis vielleicht 0,5 mg/l). Im Aquarium ist meist mehr als genug Phosphat vorhanden (oft 2 und mehr mg/l). Nachdem Phosphat meist genug zur Verfügung steht und auch Algenwachstum fördern soll, wollen wir den Phosphatwert durch Wasserwechsel gering halten.
Im Salzwasser fördern auch schon geringe Phosphatwerte Algenwachstum und Korallenschädigung.
Die Messung erfolgt mit Tropfentests recht genau. Eine Hebung ist meist nicht erwünscht.
Wichtigkeit: gering, bei Algenproblemen hoch im Salzwasser hoch.

CO2
ist im Süßwasseraquarium in geringem Ausmaß für das gute Pflanzenwachstum erforderlich. In nicht so stark bepflanzten Aquarien ist CO2 oft ausreichend vorhanden (etwas über 5 mg/l), in stark bepflanzten und belichteten Aquarien kann CO2 zur Mangelware werden und kann dann durch Hefegehrung erzeugt oder mittels industrieller Speicherung in Druckflasche zur Verfügung gestellt werden. Die Einleitung erfolgt über ein CO2-Düngesystem oder im einfachsten Fall durch einen Holzausströmer.
Nur in seltenen Fällen sind mehr als 5 bis 10 mg/l erforderlich - über 20mg/l eigentlich nie und sollte im Interesse unserer Fische auch nicht überschritten werden.
Im Salzwasser ist an sich CO2 unnötig ja sogar Algenfördernd. Einzige häufigere Anwendung ist bei einem sog. Kalkreaktor, wo durch CO2 Kalk aus z.B. Korallenbruch herausgelöst und dem Salzwasseraquarium zugeführt.
Die Messung erfolgt durch Tropftests, wo man durch die sog. Differenzmethode (Messung in Aquariumwasser und dann im stark belüftetem Aquariumwasser - die Differenz ergibt den CO2-Wert sehr genau und unbeeinflusst von anderen Laugen und Säuren im Aquarium) Genauigkeiten von 2 mg/l erreichen kann. Die sog. Dauertests und Berechnung aus KH und pH sind hoffnungslos ungenau (bis 100 Prozent Falschanzeige und mehr). Beispiel: KH = 6 und pH = 7 > CO2 = 17, Fehlergrenzen: KH = 7 und pH = 6,7 > CO2 =39 !
Hebung durch CO2-Düngung, Senkung durch Belüftung des Wassers.
Wichtigkeit: gering, bei CO2-Düngung sehr hoch


Sauerstoff
ist im Aquarium eigentlich nie zu wenig - außer man hat hoffnungslos zu viele Fische samt entsprechender Fütterung, oder: man bewegt die Wasseroberfläche zu wenig (um das CO2 für die Pflanzen im Süßwasser nicht aus dem Wasser zu treiben). Im Interesse unserer Fische sollten wir dem Sauerstoffwert Vorrang vor dem CO2 geben! Unter einen Wert von 4 mg/Liter ist es nie erforderlich, dass der Sauerstoffgehalt im Wasser absinkt. Der Sauerstoffgehalt kann mit Tropftests gemessen werden oder sehr genau und teuer elektronisch.

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Hebung durch Belüftung, Senkung nicht erwünscht.
Wichtigkeit: mittel, bei geringer Wasserbewegung sehr hoch.

Strontium
Ist im Salzwasser für ein gutes Korallenwachstum erforderlich Messung möglich (aufwändig)
Wichtigkeit: mittel

Silikat
Führt im Salzwasser zu massivem Wachstum von Schmier-Braunalgen. Ist praktisch immer im Leitungswasser vorhanden und deshalb muss man im Salzwasser zum Wasseransatz durchwegs mit Osmosewasser bzw. Austauschern arbeiten. Messung ist mit Tropftests möglich
Wichtigkeit: hoch

Spurenelemente
An sich im Süßen wie im Salzigen wichtig aber hier stoßen wir an die Grenzen für Amateure was Messung und Beurteilung betrifft wir müssen den Salzherstellern glauben dass sie Spurenelemente in den Salzlösungen drinn sind bzw. im Süßen hoffen dass sie in Universaldüngern drinn sind.

Grundsätzlich sei noch angemerkt, dass praktisch alle Messungen auch billig im Eigenbau möglich sind (siehe auch mein WWW-Seiten: [link] ) ... das ist vielleicht etwas für Fortgeschrittene oder für Aquarianer mit größerem Bedarf an Messmittel oder für Vereine ... oder für besonders Interessierte... auch kann die Genauigkeit und die Empfindlichkeit von sehr vielen Wassertests durch ein Fotometer (Eigenbau auf meinen WWW-Seiten)



Viel Erfolg mit unseren Pfleglingen wünscht Anton Gabriel
Copyright und Urheberrecht Anton Gabriel

Bildquelle:

Das Bild basiert auf einem Bild aus der freien Mediendatenbank Commons und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In Commons ist der Urheber des Bildes verfügbar. Direktlink zum Bild in Commons: [link]

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Kommentare

Hier können Community-Mitglieder Kommentare verfassen.

:grins:

» Gepostet von M&M, 11.05.08, 20:43

Besser gehts nicht! :grins:


Da stimme ich voll und ganz zu! :grins:
MfG. Malte

_________________
Besucht doch mal meine Homepage
[link] :wink:


Kommentar

» Gepostet von Fat Molly, 19.02.08, 14:58

Besser gehts nicht! :grins:

_________________
[link]

[link]


Klasse!

» Gepostet von Pete, 17.12.06, 19:49

Sehr gut beschrieben!
Wobei ich zugegebenermassen nicht alles verstanden habe - aber das lag wohl eher an mir und nicht an dem Artikel ;-).

Pete

_________________
Gruß, Peter

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Kann mich nur anschließen!

» Gepostet von aquatom, 06.12.06, 22:48

TOP Artikel!!!

_________________
Ich bin eindeutig gegen Abenteuer in der Rechtschreibung!

[link] Duden
[link] "Das" oder "Dass"?

Oba wenn ma so dou, wie wenn ma wos dan, dann dan ma ja wos, weil ma so DOU, wie wenn ma wos dou dadn


Super!

» Gepostet von greenbeer66, 05.12.06, 13:16

Hi Anton Gabriel!

Ich find den Artikel super... Besser könnte man es nicht machen... :thumb:

LG, Christopher

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LG, Christopher
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Bewertet wenn ihr Lust und Zeit habt! [link]

Geophagus laichen ständig... :)


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