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Plagegeister: Würmer

Die Eier von Würmern werden oft unbemerkt ins Aquarium eingeschleppt, wo sich die Würmer nach dem Schlüpfen dann oft rasch vermehren. Bestimmte Arten können sogar für Garnelen und Jungfische gefährlich werden.

Planarien (Gattung Dugesia)

Kleine weiße Würmer im Aquarium? Das mag für die meisten Aquarianer erschreckend wirken. Bei diesen Tieren handelt es sich meistens um Planarien und diese sind für die meisten Bewohner des Aquariums völlig harmlos. Gefährlich sind diese Würmer aber vor allem für Züchter und Garnelenhalter, denn Planarien vergehen sich sehr aggressiv an diesen Pfleglingen. Diese Eigenschaft, gemeinsam mit der schier unmöglichen Widerstandsfähigkeit, verdient die Planarie die Betitelung als Plagegeist wie kaum ein anderer Schädling.

Planarie

Eine braune Planarie.

Bei den Planarien im Aquarium handelt es sich um Vertreter der Gattung Dugesia (veraltet noch als Planaria bezeichnet) aus der Klasse der Strudelwürmer. Diese sind je nach Art zwischen wenigen Millimetern und 2,5 cm groß, einige Arten sind auch in unseren heimischen Gewässern zu finden. Der Körper ist sehr stark abgeflacht und der Kopf erinnert an ein gleichschenkliges Dreieck, auf dessen Oberfläche zwei kleine Augen sitzen. Mit diesen Augen registriert die Planarie nur den Winkel des Lichteinfalls, das reicht ihr unter Wasser aber auch, um mögliche Gefahren zu bemerken und sich schnell in Sicherheit zu begeben. Der Schlund sitzt auf der Unterseite der Körpermitte, ist also nur von unten oder bei starker Durchleuchtung sichtbar. Ihre Beute verschlingen sie entweder im Ganzen oder zersetzen sie durch Enzyme, falls das Futter zu groß ist. Zudem können sie noch in der Haut lokalisierte Stäbchen (Rhabdoide) auf Beute oder Feinde abschießen und diese damit verkleben.

Für gewöhnlich kriechen die Planarien auf einem selbstproduzierten Schleimfilm, sie können aber auch "schwimmen" indem sie die vorhandene Strömung im Aquarium ausnutzen und somit schwerelos durchs Becken gleiten (dazu bildet der flache Körper eine Röhre, wie bei der Schlammschnecke). Planarien ziehen dunkle, versteckte Orte vor, sind aber immer häufiger zu sehen, wenn die Population zunimmt, diese Eigenschaft ist schuld daran, dass Planarien-Plagen meistens viel zu spät erkannt werden. Sehr erstaunlich ist die Regenerationsfähigkeit der Planarie, so können diese Würmer ihren kompletten Körper dank der Neoblasten wieder aufbauen, wenn es zu Verletzungen kam. Diese Fähigkeit geht soweit, dass sich aus zerstückelten Planarien soviele Planarien bilden, wie Stücke vorhanden sind. Diese kann man jedoch nicht als weder als neues Tier noch als Klon bezeichnen, da jedes Stück über die gleichen Erinnerungen und angelernten Fähigkeiten des Ausgangtiers verfügen.

Zudem nimmt eine Planaie die Fähigkeiten einer anderen in sich auf, wenn sie diese verzehrt. Die eigentliche Vermehrung dieser Hermaphroditen (Zwitter) ist aber dennoch eine Paarung von zwei Individuen, wobei eine Planarie sich aber auch mit sich selbst oder einer Reproduzierung ihrer selbst vermehren kann. Aus den Eiern schlüpfen ohen Larvenstadium fertige Mini-Planarien. Eine Schutzschicht aus giftigem Schleim bewahrt die Scheibenwürmer vor Fressfeinden, manche Exemplare verfügen zudem über Nesselkapseln von gefressenen Polypen.

Aber wie kommen sie überhaupt ins Aquarium? Dies ist meistens nur schwer festzustellen, die Eier können an Einrichtungsgegenständen, Pflanzen und Bodengrund kleben. Zudem kann man sich Planarien durch selbstgefischtes Lebendfutter aber auch mit Frostfutter einschleppen.


Bekannte, aber wenig wirksame Methoden der Planarienbekämpfung:

  • Mit dem Aushungern wird man wenig Erfolg haben. Planarien überstehen über ein Jahr ohne Futter. Fische dagegen nicht und selbst wenn sich im Aquarium keine Fische befinden, werden die Planarien lange Zeit noch genügend Nahrung finden um nicht vollständig abzusterben, außerdem bleibt ihnen immer noch die Eiablage um ihren Fortbestand zu gewährleisten (die Inkubationsdauer ist je nach Außeneinflüssen unterschiedlich).
  • Auch eine Erhöhung der Temperatur ist nahezu aussichtslos. Temperaturen über 60° C werden von keinem Fisch, keinem Krebstier und auch keinen Schnecken ausgehalten. Planarien aber werden ab diesem Punkt hektisch, teilweise kriechen sie aus dem Wasser und warten an der Scheibe, bis das Wasser wieder normale Temperaturen hat. Durch Kochen aber lassen sich Planarien und ihre Eier zerstören.
  • Das Hineinleiten von Strom ins Aquarium ist ebenfalls keine Lösung für ein bestzes Becken. Durch das elektrisieren werden zwar viele Planarien abgetötet, es finden sich aber immer wieder genug Tiere, die offenbar nur "angekokelt" wurden und sich daraufhin wieder regenerieren.
  • Was bei Schnecken reibungslos funktioniert, ist bei Planarien aussichtlos: Das Ködern. Man kann kleinere Gefäße mit Fleisch füllen, diese ins Becken legen und nach einem Tag wieder herausnehmen. Damit ist man viele Planarien auf einen Schlag los, aber komplett ausrotten lassen sie sich damit nicht, hat man Pech hilft man ihnen mit diesen gütigen Futtergaben auch noch bei der Vermehrung.
  • Diese Methode ist im Becken nicht einsetzbar, aber mit Planarienverseuchten Gegenständen. Allerdings hilft Gefrieren so wenig wie Kochen, Planarieneier kann man jahrelang einfrieren, aber sobald sie wieder ins Wasser kommen schlüpfen die Jungtiere.
  • Chemie ist nie eine gute Idee, auch bei Planarien nicht. Alle chemischen Mittel im Handel sind für Fische, Schnecken und Krebstiere in Konzentrationen tödlich, in denen Planarien erste Anzeichen von Unbehagen äußern. Offenbar gibt es aber auch Exemplare die gegen eine absolut tödliche Dosis noch immun sind.

Erfolgreiche Methoden zur Bekämpfung:

  • Tabula rasa: Sicher etwas, was jeder Aquarianer verhindern will, aber die einfachste Methode sein Becken planarienfrei zu bekommen, gründliches Auswaschen, Abkochen der Einrichtungsgegenstände und eventuelle Desinfektion sind aber Pflicht, sonst geht das ganze Leid im neuen Becken von vorne los.
  • Der Nutzfisch: Fleischfressende Labyrinther machen Jagd auf Planarien, besonders hervorzuheben sind da die Paradiesfische (Macropodus opercularis). Diese Methode geht zwar sehr langsam von Statten, besonders wenn die Würmer viele Versteckmöglichkeiten haben, ist aber im Endeffekt sehr gründlich. Bedenklich ist aber wie auch bei den Schnecken und Algen der Einsatz eines Fisches als Problemlöser, dies sollte wirklich nur in Betracht gezogen werden, wenn das Becken auch für Labyrinther geeignet ist oder eine gute Unterkunft nach dem "Einsatz" bereits bekannt ist.
  • Knoblauch besitzt eine antibakterielle Wirkung und sein Saft ist hochtoxisch für Moskitos, Flöhe und Zecken. Diese Wirkung wird in der Aquaristik bereits häufig gegen Flagellaten und andere Darmwürmer angewandt. Diese Methode ist vollkommen ungefährlich für erwünschte Aquarienbewohner, auch die Filterbakterien zeigen keine negative Reaktion auf Knoblauch. Die Planarien aber zersetzen sich nach kurzer Zeit der Knoblauchbehandlung. Der Nachteil ist die große Geruchsbelästigung, denn um Erfolge zu erzielen ist eine Zehe auf 10 Liter erforderlich, somit braucht man 20 Zehen in einem 200-Liter-Becken. Den größtmöglichen Effekt erzielt man, wenn man die Zehen gründlich zerquetscht.

Abschließend ist über die Planarien noch zu sagen, dass es sich um wirklich erstaunliche Tiere handelt, deren Regenerationsfähigkeit in der Wissenschaft zur Bekämpfung von Krankheiten erforscht wird und deren Widerstandsfähigkeit sie zu einer der hartnäckigsten Plagen im Aquarium macht. Hat man ein übriges kleines Becken und die Möglichkeit, an Planarien heranzukommen, ist eine Haltung dieser Würmer wirklich sehr empfehlenswert und die Beobachtungen werden selbst fortgeschrittene Aquarianer noch in Staunen versetzen. Aber es ist unbedingt darauf zu achten, dass dieses Becken und die dazugehörigen Gebrauchsgegenstände nicht mit anderen Aquarien in Berührung kommen, sonst wird aus einer kleinen Freude schnell eine große Plage.

Ein Text von Segelkärpfling

Kleiner Schneckenegel (Glossiphonia heteroclita)

Schneckenegel gehören zur Klasse der Strudelwürmer (Turbellaria) und zur Familie der Knorpel- und Plattenegel (Glossiphoniidae).

Schneckenegel

Skizze eines Schneckenegels.
Quelle: knutschi83

Aussehen:
Kleine Schneckengel werden ca. 1 cm lang und 5 mm breit. Sie sind sehr fest, glatt, hellgelb bis grauweiß und besitzen zum Teil schwarze Punkte. An der Aquarienscheibe schauen die Egel aus wie kleine weiße Tröpfchen. Ihre Verdauungsorgane zeichnen sich meist gelblich ab. Des Weiteren besitzen sie drei Augenpaare und ihre Atmung erfolgt durch die Haut. Im Übrigen besitzen sie vorn und hinten Saugnäpfe.

Vorkommen:
Der kleine Schneckenegel ist eine einheimische in fließenden und in stehenden Gewässern sehr häufig vorzufindende Egelart. Sie heften sich meist an Wasserpflanzen sowie unter Steinen und Einrichtungsgegenständen.

Fortbewegung/Verhalten:
Schneckenegel saugen sich mit ihren beiden Saugnäpfen an der Aquarienscheibe fest, ziehen sich sehr lang und tasten so die Umgebung ab. Sie bewegen sich also ähnlich wie Raupen fort. Sobald sie sich bedroht fühlen, rollen sie sich igelartig ein.

Nahrung:
Schneckenegel ernähren sich - wie der Name schon sagt - hauptsächlich von Schnecken, die ausgesaugt werden. Blasen-, Posthorn- und (allerdings weniger) Turmdeckelschnecken scheinen hierfür sehr beliebt zu sein.

Fortpflanzung:
Schneckenegel besitzen sowohl weibliche als auch männliche Geschlechtsorgane - sie sind somit zwittrig veranlagt. Zur Zeit der Eiablage bilden die Schneckenegel im vorderen Drittel des Körpers eine Verdickung, die ein Sekret ausscheidet. Dies ist die schützende Eihülle - der sogenannte Kokon. Die Egel betreiben sogenannte Brutpflege, d. h. der Kokon mit den Eiern wird an Wasserpflanzen und Einrichtungsgegenständen abgelegt und solange bewacht, bis die Jungen geschlüpft sind. Anschließend heften sich die Jungen für ca. zwei bis drei Wochen an den Bauch und nehmen an den Mahlzeiten teil. Nach ca. ein bis drei Jahren pflanzen sich auch die Jungen fort und sterben anschließend.

Wie kommen Schneckenegel in mein Aquarium?
Kleine Schneckenegel kann man sich beim Kauf neuer Aquarienpflanzen oder neuer Aquarienbewohner einfangen. Auch können sich die Schneckenegel bereits im Gehäuse von Schnecken befinden und sich somit unbemerkt einschleichen.

Sind Schneckengel gefährlich?
Glossiphonia heteroclita sind nicht gefährlich für den Menschen; dies schon einmal vorweg. Also braucht man sich schonmal keine Gedanken machen. Schneckenegel haben Wasserschnecken zum fressen gern. Wie es mit großen Schnecken, wie zum Beispiel der Apfelschnecke, ausschaut, kann ich leider nicht genau sagen. Ich habe allerdings einen Bericht im Internet gelesen, in dem Apfelschnecken in Ruhe gelassen wurden. Wahrscheinlich liegt dies an der Größe der Schnecken. An Garnelen sowie Fische scheinen sie sich nicht zu vergreifen.

Bekämpfungsmaßnahmen:
Eine "natürliche und chemiefreie" Methode Schneckenegel zu bekämpfen ist: Absammeln. Dies erfordert jedoch Geduld und Ausdauer. Nach dem Absammeln kann man die Egel in ein Gefäß legen und übergießt sie mit heißem Wasser. Dies überleben sie nicht.

Eine weitere Methode wäre, die Schneckenegel "verhungern" zu lassen, in dem man die Nahrung - also Schnecken - im Aquarium entfernt. Hierbei verweise ich auf die Bekämpfungsmöglichkeit "Gemüsefalle" des Plagegeisterberichtes Schnecken. Allerdings kann das Verhungern doch eine Weile dauern, da Schneckelegel sehr lang ohne Nahrung auskommen.

Zur Not kann man die Schneckenegel auch mit Flubenol (siehe auch Planarien) tödlich behandeln. Hierbei tötet man allerdings auch die übrigen im Aquarium lebenden Schnecken, weshalb hiervon dringend abzuraten ist.

Ein Text von knutschi83

Fräskopfwürmer (Camellanus cotti)

Der Fräskopfwurm ist ein Vertreter der Fadenwürmer und lebt als Parasit im Fisch, gilt deshalb auch als Endoparasit. Ursprünglich kommt dieser Wurm aus dem Südöstlichen Asien. Entdeckt wurde er erstmals 1927 in Japan. Leider wurde er durch den Handel mit seinem bevorzugtem Wirtsfisch, dem Guppy, über die ganze Welt verteilt. De erste Fall in Europa trat 1976 auf. Seit 2001 tritt dieser Wurm in Australien auf und hat somit die ganze Welt infiziert.

Der Fräskopfwurm nutzt einen Zwischenwirt um zu seinem Endwirt zu gelangen. Als Zwischenwirt dienen meist Ruderfußkrebse, seit einigen Jahren kann er aber auch ohne Zwischenwirt den Endwirt infizieren. Im Aquarium bevorzugt der Fräskopfwurm die Verbreitung ohne Zwischenwirt.

Ursache für die Verbreitung ist am häufigsten das Verfüttern von selbstgefangenen Wasserflöhen oder Mückenlarven aus Tümpeln oder Teichen. Im larvalen Stadium wird der Fräskopfwurm durch den Fisch aufgenommen und lebt einige Zeit schmarotzerisch im vorderen Dünndarm, wo er sich primär von Darmschleimhaut oder Epithelgewebe ernährt.

Als Larve benötigt er hohe Lipidreserven (Lipide sind natürlich vorkommende, wasserunlösliche Öle), um das Larvenstadium abzuschließen. Dummerweise zeigen die Fische in diesem Stadium, wo die Krankheit noch sehr einfach zu heilen wäre, noch kein Krankheitsbild. Bis die Larve sich komplett zum Wurm entwickelt hat können mehrere Monate vergehen. Der vollentwickelte Wurm bewegt sich durch den Darmtrakt. Bei weiblichen Fischen ist er auch häufig im Uterus anzutreffen.

Durch die lange Inkubationszeit lässt sich später leider die Quelle des Ausbruches nicht mehr feststellen. Im Endstadium unterbricht er mit seinem Beißwerkzeugen die Blutzufuhr der Darmschleimhaut oder durchbricht diese sogar und schmarotzt in den Körper holen weiter. Hierbei kommt es meist zu Sekundärinfektionen durch Bakterien im Darm, sowie zu Blutungen im Analbereich die zu zusätzlichen Krankheiten oder dem Tod des Tieres führen können.

Bei dieser Art von Parasit existieren Männchen und Weibchen. Die Männchen werden etwa 5 mm lang während die Weibchen etwa 15 mm lang werden. Das Weibchen gebiert lebenden Nachwuchs, in der Regel 100 Larven pro Tag. In diesem Stadium zeigen die Fische erstmals einen geröteten Anus mit deutlich sichtbar heraushängenden roten Fäden. Die infizierten Fische sind meist abgemagert. Die roten Fäden sind ein eindeutiger Beweis für den Befall von Fräskopfwürmern da diese die einzigen rötlichen Darmparasiten ist.

Bei Befall kann man die infizierten Fische mit dem Antihelmithikum Levamisol (z.B. in Concurat®, Citarin®, Ripercol® oder Nematol®). Levamisol verursacht eine spastische Lähmung des Parasiten. Nematol ist höher wirksam und tötet den Parasit, statt ihm zu lähmen. Nematol ist jedoch für Wirbellose schlecht verträglich (eigene Erfahrung zeigt: Schnecken interessiert Nematol nicht Ausfallrate ≈ 5%, Garnelen vertragen Nematol nicht, Ausfallrate liegt hier bei rund 90%).

Ein Text von danqui

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