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Fische: Fluss-Schleimfisch; Süßwasser Blenni

Auf dieser Seite sehen Sie eine Beschreibung der Fischart "Fluss-Schleimfisch; Süßwasser Blenni". Fischarten können bei aqua4you von Mitgliedern der Community beschrieben werden. Das Copyright auf Text und Bild liegt - soweit nicht anders genannt - bei den jeweiligen Autoren. Aqua4you kann leider keinerlei Haftung für die fachliche Richtigkeit übernehmen!

Steckbrief

Erstmals zur Datenbank hinzugefügt von eddiefreddie am 23.06.10.

Fluss-Schleimfisch; Süßwasser Blenni
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Fluss-Schleimfisch; Süßwasser Blenni

Beckenlänge:100 cm
PH-Wert:
Wasserhärte:
Temperatur:6-28 °C
Name:Fluss-Schleimfisch; Süßwasser Blenni
Wiss. Name:Salaria fluviatilis, früher Blennius fluviatilis
Familie:Sonstige Fischfamilien
Herkunft:Mittelmeeraum, z.B. Lago di Garda, Lago Maggiore
Größe:max 15 cm
Ernährung:Lebend-, Frost- und Trockenfutter

Salaria fluviatilis (Blennius fluviatilis) – Fluss-Schleimfisch

Ordnung: Barschartige (Percifomres)
Unterordnung: Schleimfischartige (Blennioidei)
Familie: Schleimfische (Blenniidae)
Gattung: Salaria

S. fluviatilis ist einer von nur 2 Vertretern (??) der rund 700 Arten zählenden Fischfamilie der Schleimfische, die dauerhaft in Süßwasser leben. Sein Vorkommen erstreckt sich über den westlichen und östlichen Mittelmeerraum, wo er in vielen Süßgewässern vorkommt, sowie Teile der Atlantikküste zw. Marokko und Portugal. Er ist sowohl in Süß- als auch in einigen Brackwasserzonen anzutreffen. S. fluviatilis bevölkert fließende und stehende Gewässer und besonders gerne abgeschlossene Seen.

Der Gardasee (Lago di Garda) als Beispiel für seinen Lebensraum
Der Gardasee liegt in Oberitalien, genauer in den Regionen Lombardei und Veneto. Er erstreckt sich über eine Gesamtfläche von 369 km², bei einer maximalen Tiefe von ca. 350 m und einer durchschnittlichen Tiefe von 136 m. Der Gardasee wird größtenteils durch den Fluss Scarpa gespeist, das Wasser fließt im Süden in den Mincio Richtung Po ab.

Bild

Das Bild basiert auf einem Bild aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist der Urheber des Bildes verfügbar. Direktlink zum Bild in der Wikipedia: [link]



Der See wird von einer Reihe von Fischen bewohnt, z. B. Döbel, Schleie, Flussaal, Karpfen und die Gardasee-Forelle. Die Wassertemperatur schwankt je nach Tiefe und Jahreszeit zwischen 6 und sicherlich an die 28 °C. Die Jahresdurchschnittstemperatur außerhalb des Wassers beträgt etwa 13-15 °C. S. fluviatilis besiedelt hier die von Geröll bedeckten Flachwasserzonen. Diesen Lebensraum teilen sie sich mit Padogobius bonelli, der Gardaseegrundel.

Aussehen:
S. fluviatilis erreicht, bei einer maximalen Größe von 15 cm, meist eine durchschnittliche Länge zwischen 8 cm und 12 cm. Der Körper ist langgestreckt und seitlich abgeflacht. Die Schuppen sind stark reduziert und sitzen tief in der schleimigen und drüsenreichen Haut – S. fluviatilis wirkt schuppenlos.

S. fluviatilis hat weit oben liegende Augen und weißt kleinen Hauttentakeln an Stirn und Kopf auf, die artspezifisch sind. Die einzelnen Rückenflossen sind miteinander verwachsen und reichen vom Kopfansatz bis zur Schwanzflosse. Die Brustflossen sind groß und segelförmig und werden häufig zum abstützen und „festhalten“ verwendet.

Die Färbung der Tiere ist variabel und kann in der Helligkeit an den Untergrund angepasst werden. Die Grundfarbe ist olivbraun bis weiß oder gelblich, der Rücken und die Seiten sind mit bräunlichen Flecken oder Marmorierungen versehen. Bei der Färbung der Tiere spielt die Territorialität aber eine größere Rolle als der Untergrund, die Färbung außerhalb des Territoriums unterscheidet sich von der innerhalb des Territoriums. Außerhalb sind die Tiere wesentlich heller gefärbt. Territoriale Tiere weisen dagegen eine dunkle Färbung auf und die Musterung ist nur noch schwach zu erkennen. Dies gilt besonders für Männchen die ihr Gelege bewachen und dabei eine fast schwarzviolette Färbung annehmen können. Der Farbwechsel kann innerhalb von wenigen Sekunden stattfinden. Das Seitenliniensystem wird im Kopf- und vorderen Rumpfbereich durch weiße Poren gut sichtbar, was besonders bei dunkler Färbung sehr hervortritt.

Ernährung:
In ihren Heimatbiotopen ernähren sie sich von kleine Wirbellosen, Insektenlarven und kleinen Fischen, die sie zwischen Steinen erbeuten.

Fortpflanzung:
Die Paarungszeit erstreckt sich von April bis Juni, die Minimaltemperatur zum Laichen liegt bei etwa 18 °C. Männchen versuchen durch “Tänze“ und ihr buntes Gewand die Weibchen zu beeindrucken, Nebenbuhler werden durch Drohgebärden aus dem Revier vertrieben. Die Männchen graben Höhlen zwischen und unter Steinen in die sie das Weibchen locken, das seine Eier in Paketen an die Höhlendecke klebt. Dort werden sie anschließend vom Männchen befruchtet. Die Gelege werden durch das Männchen bewacht, das durchaus die Bruten mehrerer Weibchen beinhalten kann. Die 1 bis 1,2 mm großen und rötlichen Eier werden ständig mit Frischwasser versorgt und mit dem Maul von Schmutz und Pilzfäden gesäubert. Interessanterweise kotet das Männchen nur außerhalb der Höhle. Nach ungefähr 2 Wochen schlüpfen die Larven und schwimmen die ersten Wochen frei, um sich dann mit ca. 15 mm Richtung Boden zu orientieren.
Bild
Die Unterscheidung der Geschlechter ist bei adulten Tieren sehr einfach, die Männchen bekommen im Gegensatz zu den Weibchen einen größeren fleischigen Kamm auf dem Kopf (siehe Foto: vorne Weibchen, hinten Männchen). Bei juvenilen Tieren ist die Unterscheidung nur anhand der unterschiedlichen Analfelder möglich, da auch Weibchen einen kleinen Kamm aufweisen können.

Aquarienhaltung:
Schleimfische sind aufgrund ihres interessanten Verhaltens und der vergleichsweise einfachen Haltung in der Meerwasseraquaristik sehr verbreitet. S. fluviatilis ist dagegen ein sehr seltener Vertreter in unseren Aquarien, was wohl vor allem daher rührt, dass er kaum im Handel anzutreffen ist und heimische Kaltwasserarten überhaupt seltener gehandelt werden.

Aufgrund seines großen Temperaturraums und seiner geringen Endgröße ist er aber durchaus für die Aquarienhaltung geeignet. Am besten sind ungeheizte Aquarien mit über das Jahr schwankenden Temperaturen, die ruhig deutlich unter 20 °C fallen dürfen. Will man diesen Fisch vergesellschaften, muss man beachten, dass es sich um einen kleinen Räuber handelt - die Mitbewohner sollten also eine gewisse Größe haben.
Vor allem kleine Garnelen und Jungfische dürften eine willkommene Abwechslung auf dem Speiseplan darstellen, der viel Lebend- und Frostfutter beinhalten sollte, aber auch mit eine guten und groben Trockenfutter ergänzt werden kann. Das Aquarium sollte mit vielen Steinen und Verstecken eingerichtet werden. S. fluviatilis liegt gerne erhöht auf größeren Steinen oder Wurzeln, um seine Umgebung gut im Auge zu haben.

Besonderheiten:
S. fluviatilis hat eine verkümmerte Schwimmblase, die ihn zu einem schlechten Schwimmer macht. Um aufzuschwimmen müssen sie kräftig mit Brustflossen, Schwanzflosse und Hinterleib rudern, ohne Antrieb sacken sie sofort wieder auf den Boden zurück.

Es ist ein sehr neugieriger Fisch, der alles neue in seiner Umgebung genau und interessiert beobachtet. Auch Bewegungen außerhalb des Aquariums werden genau verfolgt.

Begünstigend wirkt sich dabei seine große Beweglichkeit aus, die es ihm im Vergleich zu vielen anderen Fischen ermöglicht, den Kopf weit nach links, rechts, oben und unten zu drehen

Bildquelle: eddiefreddie (alle Fotos)

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Versionen und Autoren

Folgende Community-Mitglieder haben bisher an dieser Beschreibung mitgearbeitet:

Kommentare

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Bildquelle

» Gepostet von Sebastian, 03.07.10, 21:01

Hallo.
bei der Bildquelle muss dringend nachgebessert werden. Hier eine entsprechende Anleitung:

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Kommentar

» Gepostet von eddiefreddie, 24.06.10, 12:28

Danke für die Blumen:)

es kommen noch Bilder zum Geschlechtsunterschied und allgemein zum Körperbau!


Sehr interessanter Artikel

» Gepostet von joe, 23.06.10, 19:12


Sehr interessante und ausführliche Beschreibung. Danke, eddiefreddie!

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