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Fische: Brauner Diskus / Blauer Diskus

Auf dieser Seite sehen Sie eine Beschreibung der Fischart "Brauner Diskus / Blauer Diskus". Fischarten können bei aqua4you von Mitgliedern der Community beschrieben werden. Das Copyright auf Text und Bild liegt - soweit nicht anders genannt - bei den jeweiligen Autoren. Aqua4you kann leider keinerlei Haftung für die fachliche Richtigkeit übernehmen!

Steckbrief

Erstmals zur Datenbank hinzugefügt von Segelkrpfling am 02.05.08.

Brauner Diskus / Blauer Diskus
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Brauner Diskus / Blauer Diskus

Beckenlänge:120 cm
PH-Wert:5,5 - 7,5
Wasserhärte:weich, bis max. 10° dGH
Temperatur:27-30° C
Name:Brauner Diskus / Blauer Diskus
Wiss. Name:Symphysodon haraldi
Familie:Cichliden / Buntbarsche
Herkunft:Amazonien
Größe:13 - 15 cm
Ernährung:Lebend-, Gefrier- & Granulatfutter (abwechslungsreich)

Für viele Aquarianer gilt der Diskusbuntbarsch auch heute noch als der König der Aquarienfische schlechthin, andere Aquarianer wiederum sind dem scheibenförmigem Cichliden gegenüber weniger aufgeschlossen. Wie auch immer, über den Diskus scheiden sich die Geister, doch zumindest eines lässt sich nicht leugnen und zwar die königlichen Bedürfnisse dieses Fisches. Hier wird der Diskus behandelt, der im Nachkriegsdeutschland nahezu die einzigste erschwingliche Art darstellte.

Neben dem Symphysodon haraldi gibt es nach der Gattungs-Revision von 2007 durch BLEHER, SÖLTING, SALZBURGER und MEYER zwei weitere anerkannte Arten. Diese sind der altbekannte Symphysodon aequifasciatus bzw. Pellegrin-Diskus oder Grüner Diskus. Symphysodon tarzoo (ehemals der Tefe-Diskus) gilt nun als Synonym für vorher genannten, bezeichnete aber bis dahin hier behandelte Art. Die dritte Art trägt die Bezeichnung Symphysodon discus, auch Heckel-Diskus oder "Echter" Diskus genannt. Zudem gibt es offenbar Naturhybride zwischen S. discus und S. haraldi, die Autoren vermuten, dass der S. discus-Teil teilweise aus Hybriden besteht oder der S. haraldi sich als Phänotyp aus dem Heckel-Diskus entwickelt hat. S. aequifasciatus ist anhand der roten Zeichnungselemente auf den Flanken und im Afterflossenbereich gut von den anderen beiden Arten zu unterschieden. Laut BLEHER kommt S. haraldi ausschließlich ab dem Zufluss des Rio Solimoes mit dem Rio Negro vor, flussaufwärts dominieren dagegen die Hybridformen.

Geschichte
Anders als bei der verwandten Art Symphysodon discus ist die Geschichte des Braunen oder Blauen Diskus eher verquer. Jahrelang galt dieser Fisch als Unterart des Pellegrin-Diskus (S. aequifasciatus) und wurde unter Namen wie S. aequifasciatus axelrodi (für den Braunen Diskus) und S. aequifasciatus haraldi (für den Blauen Diskus) gehandelt. Erst 2006 erhielt die Art ihre eigene Bezeichnung durch die Revision von READY. Der neue Name war S. tarzoo und bezog sich auf den Grünen Diskus, der wieder eine ganz andere Art war. 2007 wurde die Gattung dann, wie oben zu lesen, erneut revidiert.

Allerdings kommt vor allem dem Braunen Diskus in der deutschen Aquaristikgeschichte eine hochrangige Bedeutung zu. Denn nach dem 2. Weltkrieg galt dieser Fisch als wahres Statussymbol, wurde aber damals noch als S. dsicus bezeichnet. Weniger empfindlich als dem Heckel-Diskus sind ihm vor allem viele Erkenntisse in der Erforschung und Zucht dieser Gattung zuzuschreiben.

Folgende Ausführungen sind für alle drei Diskus-Arten gültig:

Futter
Der Diskus ist ein wählerischer Feinschmecker unter den Aquarienfischen und zudem ein reiner Karnivore. Bevorzugt nimmt er Lebendfutter zu sich. Er lässt sich aber auch an Gefrier- und Granulatfutter gewöhnen. Da der Fisch zu Mangelkrankheiten neigt, wenn man ihn nicht abwechslungsreich ernährt sollte man hierbei nicht sparsam sein. Artemia, Mückenlarven, Enchyträen, Mysis (Schwebegarnelen), Krill, Shrimps, Muschelfleisch und Rinderherz nimmt der Chichlide gerne zu sich. Sollte man seinen Diskus dennoch mit Granulatfutter füttern wollen, muss man darauf achten, dass es sich um ein Fabrikat handelt, das nicht stark aufquillt. Dies kann den Diskus schlimmstenfalls töten (aufgebläht -> geplatzer Magen).

Beim Frostfutter ist zu achten, es stehts nach dem Auftauen abzuspülen, da sonst das Beckenwasser der Diskusfische unter einem hohen Phosphat-Anstieg und somit einem verstärkten Algenwachstum zu leiden hat. Zusätzlich zum normalen Futter können dem Diskus noch Tabletten hinzugefüttert werden, die gleichzeitig eine Beschäftigung für den Fisch darstellen.

Haltung und Vergesellschaftung
Der König von Amazonien bevorzugt einen weichen Bodengrund (feiner Kies mit einer Körnung von 1 bis 2 mm oder heller Quarzsand), da er zum Fressen Wasser in den Untergrund bläst und somit das Futter aufwirbelt. Zudem sollten einige Wurzeln vorhanden sein. Bepflanzen kann man sein Diskus-Becken am besten mit Anubias, Wasserkelchen, Schwertpflanzen, Vallisneria und anderen Pflanzen, die Dauertemperaturen von 28° C vertragen. Was die Beckengröße angeht sind die Meinungen wieder gespalten. 200 Liter wären zwar ausreichend, doch sollte man den Fisch immer im Schwarm halten, was ein Becken von etwa 300 Liter notwendig macht.

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Gruppenahltung von Disken.

Beim Kauf eines Diskusfisches ist darauf zu achten, dass ausgewachsene Exemplare relativ kleine Augen und keinerlei Dunkelfärbung aufweisen sollen. Die dunkle Farbe tritt nämlich nur auf, wenn das Tier stark unter Stress steht oder krank ist. Die Rückenpartie sollte schön rundlich und nicht spitz sein, gesunde Disken schwimmen neugierig im Becken herum, während Kranke abseits der Gruppe stehen und desinteressiert wirken.

Der Diskus lässt dich gut mit anderen Fischen seiner Heimat vergesellschaften. Dazu zählen Neons und andere Salmler, Panzerwelse, Schmetterlingsbuntbarsche, Harnisch- und Ohrgitterwelse. Vorsicht bei Skalaren und Antennenwelsen! Skalare tragen oft einen Parasiten in sich, gegen den sie selbst immun sind, der dem Diskus jedoch sehr gefährlich werden kann. Die Welse sind im Gegensatz zum Diskus nachtaktiv, was den schlafenden Disken zum Verhängnis werden kann. Der Wels könnte die Fische für die Aquarienscheibe halten und sich an ihm festsaugen. Dem Diskus bleibt dann eine unschöne Narbe, die sich leicht entzünden kann.

Bei guter Pflege erreicht ein Diskus das stattliche Alter von ca. 12 Jahren.

Zucht
Es ist auf perfekte Wasserwerte zu achten. Die Diskusfische sind mit 7 Monaten, in einer Größe von etwa 8 bis 10 cm geschlechtsreif. Die Balz läuft ganz ähnlich wie bei den anderen Chichliden ab, wobei sich die Tiere anschwimmen und mit dem ganzen Körper zucken, wedeln und ruckeln. In der Paarungszeit bilden sich bei den sonst schwärmenden Diskusfischen Paare, die ein eigenes Revier für sich beanspruchen und dies auch verteidigen. Das Pärchen sucht sich eine freie Stelle innerhalb des Reviers, das gründlich von Algen, Schmutz und störenden Bestandteilen gereinigt wird, denn an dieser Stelle sollen später die Eier abgelegt werden. Eine Eiablage ist hilfreich, zum Beispiel ein Laichkegel.

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Ein Diskus-Paar beim Ablaichen.

Nach der Eiablage ist für den Menschen erst einmal die Arbeit getan. Die Elterntiere picken unbefruchtete oder verschimmelte Eier aus dem Gelege heraus und versorgen es durch Fächeln mit frischem sauerstoffhaltigem Wasser. Die geschlüpften Larven kleben noch einige Tage am Laichsubstrat und werden des öfteren von den Eltern abgepickt und woanders angeheftet. Dieses Verhalten stellt in der Natur den Schutz vor Fressfeinden dar, während es in der frühen Aquarsitik als Auffressen der Larven missverstanden wurde.

Sehr ungewöhnlich ist die Ernährung der Larven, die ab einer Woche freischwimmen können. Die Elterntiere sondern ein Hautsekret am ganzen Körper ab, welches die Larven bereitwillig auffressen. Dieses Babyfutter ist für die erste Woche die einzigste Nahrung junger Diskusfische, danach fangen die Larven an, auch Plankton aus dem Wasser aufzunehmen.

Das Knabbern an den Eltern dauert aber noch lange an, was zu Löchern im Flossensaum der ausgewachsenen Tieren führen kann, die sich jedoch schnell wieder verwachsen.

Die Zucht an sich ist zwar nich schwierig, doch technisch aufwendig.

Bild
Brauner Diskus mit Jungfischen.

Bildquelle: aquakollege (alle Bilder)

PDF [PDF-Datenblatt anzeigen]


Versionen und Autoren

Folgende Community-Mitglieder haben bisher an dieser Beschreibung mitgearbeitet:

  • 20.08.10, 19:01: Sebastian (Neues Hauptbild)
  • 20.08.10, 18:58: Sebastian (Zwei Bilder im Text hinzugefügt / Hauptbild gelöscht)
  • 10.03.10, 16:24: ingehamo4 (Bild-Link korrigiert)
  • 10.03.10, 16:22: aquakollege (Bild hinzugefügt)
  • 02.05.08, 22:29: Segelkrpfling (Fischart neu hinzugefügt)

Kommentare

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Diskus

» Gepostet von heckelcross, 23.05.09, 09:12

Der Diskus ist ein reiner Karnivore.
Diskusfische können relativ leicht an vegetarisches Futter angewohnt werden. Spinat und Gurke nehmen sie nach weniger als einer Woche gern an. Sie fressen auch Algen sehr gut. Als besonders erwähnenswert ist dass sie auf Algen zurückgreifen wenn sie sich mal nicht ganz wohl fühlen. Sie picken dann an Algen die auf den Aquarienscheiben wachsen.
Vorsicht bei Skalaren und Antennenwelsen! Skalare tragen oft einen Parasiten in sich, gegen den sie selbst immun sind, der dem Diskus jedoch sehr gefährlich werden kann.
Das ist ein Myth. Es geht um Flagellaten die im Darm parasitieren. Nur, für die Infektion der Symphysodon damit sind nicht Pterophillum verantwortlich, sondern das kontaminierte Wasser, das Futter, oder die Eltern einer neuen Brut. Einmal infiziert, ist es dem Fisch aus eigener Kraft nicht mehr möglich die Parasiten ganz zu vernichten oder loszuwerden. Ob die Fische daran erkranken oder nicht hängt nicht von der Menge der Parasiten ab die sich in ihrer Umgebung befinden, sondern von der Fähigkeit ihres Immunsystems die Parasiten zu bekämpfen. Es ist eine Tatsache dass die Mehrheit der Diskusfische die sich in Aquarien befinden von Flagellaten befallen ist, und damit leben müssen. Es gibt unzählige Aquarien in denen Skalare und Diskusfische jahrelang zusammen leben, ohne dass dies zu einem Problem wird.
Nach der Eiablage ist für den Menschen erst einmal die Arbeit getan. Die Elterntiere picken unbefruchtete oder verschimmelte Eier aus dem Gelege heraus und versorgen es.
Das stimmt so nicht ganz. In der Regel fressen neu gebildete Paare den Leich auf, oder fressen unbeabsichtigt auch gesunde Eier, wenn sie versuchen die abgestorbene zu entfernen, bis sie der Meinung sind es währen zu wenig übrig geblieben, fressen sie dann alle und leichen erneut ab. Es gibt große Verhaltensunterschiede zwischen verschiedenen Paaren. Manche vermehren sich erfolgreich in besonderas schwierigen Lagen, andere schaffen es nicht einmal bei bessten Voraussetzungen.

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Ich lerne gern, aber ich mag keine Menschen die mir ihre Meinung oder Glaube aufdrengen wollen.


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