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Pflege und Futter | 10.09.11, 12:57

Beobachtungen zum Thema Anflugnahrung bei unseren Haustieren

In meinem Aquarium schwimmen Killifische (Fundulopanchax gardneri) und eine Pantodon buchholzi-Dame. In freier Wildbahn sind diese Tiere auf Anflugnahrung spezialisiert. Daher reiche ich ihnen, wann immer vorhanden, Stubenfliegen oder Weberknechte, die ich in unseren Zimmern erbeuten kann.

Ein Artikel von Mopani.

Beobachtungen zum Thema Anflugnahrung bei unseren Haustieren
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Schwebfliege? Auch gut! Nur lieber keine Kellerasseln...

Wozu gibt es Fliegenklatschen? Das grausame Gesetz der Natur sieht Fressen und gefressen werden vor. Doch der Mensch setzt sich in diesem Fall darüber hinweg: er erschlägt die Insekten lediglich, weil sie ihn nerven. Bei mir jedoch ergibt dies den vorgesehenen Sinn: das Tier wird einem Nahrungskreislauf einverleibt - dem eines Fisches.
Es sind meist Fliegen, die da als Ersatz für natürliche Anflugnahrung in Frage kommen. Die kennt jeder, wenn ihn im Sommer stets einige Exemplare als Flughafen nutzen und ihn so bis zur Weißglut treiben mit dem Gefühl der kitzligen Beinchen auf dem Kopf. Und wer eine Wiese in der Nähe hat, sieht auch manchmal Grashüpfer: sie habe ich bereits an größere Fische verfüttert. Der Zweck des Ganzen ist klar: Das Insektenfutter ersetzt täuschend ähnlich jenes Krabbelviehzeug, das in Westafrika oder sonstwo auf der Wasseroberfläche landet. Darauf sind viele Fische evolutionär trainiert: Pantodon buchholzi springen bis zu 2 Meter hoch aus dem Wasser, um ihren Hunger an einem fliegenden Proteinlieferanten zu stillen. Ihr Kiefer ist weit aufklappbar, ihre Flossen kraftvoll. Aber auch viele andere - weniger spezielle - unserer Hausgenossen freuen sich über etwas zusätzliches Futter aus der Luft, zum Beispiel Kampffische und Guppies. Es hält ihre Sinne scharf und ihren Körper gesund. Ich beobachte einen gesteigerten Jagdinstinktda sich die wilden Vorfahren so gut daran angepasst haben, ist es einen besonders beliebte und bekömmliche Ernährung, die oft ohne Probleme genommen wird. Oder etwa doch nicht? Mein Schmetterlingsfisch hat einen grundsätzlich argwöhnischen Charakter und flieht daher vor meiner Hand, wenn ich das Futtertier vor ihr ins Wasser fallen lasse. Doch auch wenn sie bleibt scheint sie die treibende Fliege nicht immer zu bemerken. Sodann freuen sich die gierigen Killis. Anders jedoch sieht es aus, wenn nach einem Fastentag der Schmetti Hunger hat. Voll geschärfter Sinne lauert er stundenlang unterhalb der Futterluke, und blitzschnell und manchmal gar mit einem kleinen Sprung ist das Insekt verschluckt, noch bevor es überhaupt richtig nass geworden ist. Da bei der Insektenfütterung meist nur einzelne Tiere auf der Wasseroberfläche schwimmen, sind diese nicht immer zu bemerken - nanu, er hat die Klappe aufgemacht, aber nicht gefüttert?! also lohnt es sich, betont deutlich das Futter ins Wasser zu titschen. Ist der Appetit geweckt merken unsere Fische sich so etwas schnell und versammeln sich hungrig, wenn man an der Abdeckung hantiert. Nun sollte man nur noch darauf achten, dass die Beute die richtige Größe aufweist: während Channa-Schlangenköpfe Regenwürmer und Zophobas verspeisen, bewätligen Guppies höchstens Fliegen und Drosophilas. Der Terrarienhandel erweitert dieses Angebot noch um Grillen und Heimchen verschiedenster Größen.
Es gibt da übrigens noch eine Fischgattung, der diese Kerbtiere besonders schmecken. Sie hat sich gar so darauf spezialisiert, dass sie eine Erwähnung unbedingt wert ist: Schützenfische (Toxotes spp.). Die Mangrovenbewohner schießen einen Wasserstrahl zielgenau mit Hilfe des stakten Kiefers nach oben. Das getroffene Insekt fällt ins Wasser und wird verspeist.
Ein Fazit: Wer von Fliegen genervt wird oder seinen Haustieren Abwechslung bieten will, für den ist Anflugnahrung eine empfehlenswerte Form des Lebendfutters für carnivore (fleischfressende) Fische der oberen Wasserzonen. Es ermöglicht zudem interessante Beobachtungen im Aquarium. Füttern wie in der Natur! Waidmannsheil bei der Insektenjagd wünscht Mopani!

Bildquelle: Mopani

Durchschnittliche Bewertung: 9.0 von 10 Punkten - 2 Stimmen

Kommentare

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Kommentar

» Gepostet von Mopani, 19.09.11, 13:19

Ooh! :lol:
Das macht mich sehr verlegen. :shy:
Danke sehr!
Ich finde es doch lohnend, wenn man besonders Anfängern zeigt: schaut mal, ein AQ ist etwas für lohnende Beobachtungen, das bleibt spannend. Und es hat doch auch länger gedauert, bis ich mal auf die Idee kam, die Tierchen zu verfüttern.
vg :)


Kommentar

» Gepostet von woody2011, 17.09.11, 08:28

Hallo · Ich glaube, nur Mopani bekommt es hin, mit seinem Schreibstil das doch recht prophane Fangen und Verfüttern einer Fliege in einen interessanten, lesenswerten Artikel umzumünzen.
Prima geschrieben, weiter so...
LG

_________________
8-)


Kommentar

» Gepostet von Mopani, 16.09.11, 18:48

Hallo!
Also meine zappeln immer noch, selbst wenn ich sie sehr stark erwischt habe (mit der Hand meistens). Aber bei mir funktioniert es auch mit toten, da Schmettis bei einmaliger Berührung des Wassers sofort zuschnappen. Man muss sie nur hineinschmeißen. Also liebe Kollegen: Schmetterlingsfische sind sehr interessant,aber durchaus etwas heikel! :)
vg


Lebende Anflugnahrung?

» Gepostet von MistaBreed, 15.09.11, 10:57

Das is echt ne stressige Angelegenheit, die Anflugnahrung lebend zu fangen, früher hab ich einfach gewartet, bis ne Fliege sich in meine Aquariumlampe verirrt hatte und aufgrund der thermischen Einwirkung nicht mehr fliegen konnte, dann kann man die einfach und vor allem lebend ins Wasser schubsen. Manche Leute sollen auch derart gute Reflexe haben, das man Fliegen so mit der Hand lebend einfangen kann, das stellt sich bei mir als schwierig heraus, die zappeln nachher nämlich meist nicht mehr, was für die Fische ein wichtiger Reiz ist.
Daher bin ich auf eine Elektrofliegenklatsche umgestiegen! Die hat sich wunderbar bewährt und die Fliegen zappeln auch noch recht ordentlich, wenn man Sie dann ins Wasser wirft. Bei meinen Barschen sind auch Spinnen recht beliebt, nur bei Wespen oder so hatte ich anfangs unbehagen, hat die Barsche aber nicht beeindruckt...
Daher mein Tip, nervende Insekten mit ner Elektrischen Fliegenklatsche ausm 1-Shop erlegen und ins Becken geben, je größer die Fische, desto größer können die Insekten sein.

_________________
Gruß Thomas
-----------------------------------------------
Die Ehre des Fisches ist unantastbar!

Mein Aquarium: [link]


Kommentar

» Gepostet von Mopani, 12.09.11, 09:49

:thx: !
Ich werde mich nun sofort bei einer Zeitung als Journalist bewerben. grins
vg


Kommentar

» Gepostet von Veronika, 10.09.11, 19:31

Hallo Mopani,
Danke für den intressanten Artikel, du hast eine nette und fesselnde Art zu schreiben, ich hoffe Du tust dies öfter.
LG Veronika

_________________
Ein Aquarianer der züchtet,hat immer ein Becken zu wenig. :fisch:
Tschüüüsss


Ich züchte/vermehre: diverse Grundeln ,Korallenplatys, Papageienplatys, Endlerguppys,Wildguppys und andere Lebendgebärende Arten,Welse Oryzia,Pseudomugilarten, div.Schnecken u red-fire und einige andere Garnelen, auch Ringelhandgarnelen

nehme gerne eure überzähligen Schnecken


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