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Fische | 02.09.07

Die Familie der Blauaugen (Pseudomugilidae)

Hier möchte ich eine kleine Übersicht über die noch junge Familie der Blauaugen geben, die erst seit 1989 besteht.

Ein Artikel von guppymama.

Die Familie der Blauaugen (Pseudomugilidae)
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Weiblicher Pseudomugil furcatus aus meinem Besatz

Die Blauaugen sind kleine Ährenfische aus Neuguinea und Australien, die eng mit den Regenbogenfischen verwandt sind und bis 1989 zur Familie Melanotaeniidae gehörten. Jedoch gibt es einige Unterschiede im Bau des Schädels, die den Anlass für die Aufstellung der eigenen Familie Pseudomugilidae gaben. Besonders intensiv haben sich die Herren ALLEN, SAEED und IVANTSOFF dieser Fischfamilie gewidmet, so dass ihre Namen hinter einem großen Teil der Artnamen auftauchen.
Der Name Pseudomugil bedeutet soviel wie "falsche Meeräsche", denn mit dieser Fischgruppe sind die Blauaugen ebenfalls eng verwandt.
Die Familie beinhaltet 3 Gattungen: Kiunga mit 2 Arten, Scaturiginichthys mit 1 Art und Pseudomugil mit 15 Arten. Die kleinste Art ist Scaturiginichthys vermeilipinnis mit gerade einmal 2,5cm, die größten sind Pseudomugil connieae und P. furcatus mit 6cm Gesamtlänge.
In der folgenden Liste sind die bisher bekannten und eindeutig wissenschaftlich beschriebenen Arten aufgeführt. Die schräg geschriebenen Namen hinter dem Artnamen geben den oder die Autoren sowie das Jahr der Erstbeschreibung des Fisches an. Ist der Name in Klammern gesetzt, so bedeutet das, dass der Fisch zunächst unter einem anderen, heute ungültigen Namen beschrieben wurde.

o Kiunga
-> ballochi Allen, 1983 [link]
-> bleheri Allen, 2004

o Pseudomugil
-> connieae (Allen, 1981) [link]
-> cyanodorsalis Allen & Sarti, 1983 [link]
-> furcatus Nichols, 1955 [link]
-> gertrudae Weber, 1911 [link]
-> inconspicuus Roberts, 1978 [link]
-> ivantsoffi Allen & Renyaan, 1999 [link]
-> majusculus Ivantsoff & Allen, 1984
-> mellis Allen & Ivantsoff, 1982 [link]
-> novaeguineae Weber, 1908
-> paludicola Allen & Moore, 1981
-> paskai Allen & Ivantsoff, 1986 [link]
-> pellucidus Allen, Ivantsoff & Renyaan, 1998
-> reticulatus Allen & Ivantsoff, 1986
-> signifer Kner, 1866 [link]
-> tenellus Taylor, 1964 [link]

o Scaturiginichthys
-> vermeilipinnis Ivantsoff, Unmack, Saeed & Crowley, 1991 [link]

Die Fische erscheinen meist recht farblos bis durchscheinend, weshalb sie auch so lange Zeit unentdeckt bzw. unbeachtet blieben. Fühlen sie sich wohl, zeigen sie aber bei richtiger Beleuchtung leuchtende, oft metallisch glänzende und lichtreflektierende Farben hauptsächlich in den unpaaren Flossen (Rücken-, After- und Schwanzflosse) und dem Hinterkörper. Ausnahmen bestätigen hier natürlich wieder einmal die Regel!
Blauaugen haben, wie Regenbogenfische auch, zwei Rückenflossen, wobei die erste meist kleiner ist. Die Afterflosse ist stark vergrößert und kann sich zu einem regelrechten Flossensaum auswachsen.

Die folgenden Angaben der Lebensumstände und Anforderungen an die Haltungsbedingungen sind vorsichtige Verallgemeinerungen. Es gibt allerdings auch deutliche Abweichungen, die genauen Anforderungen der jeweiligen Art sind deshalb vor der Anschaffung zu recherchieren und so weit wie möglich zu erfüllen!

Fast alle Arten leben in kleinen Bächen oder Tümpeln. Sie sind sowohl in den Oberläufen (reines Süßwasser) als auch in den Mündungsgebieten (Brackwasser) zu finden, es gibt sogar Populationen, die in reinem Salzwasser leben. Dementsprechend sind sie tolerant gegenüber Salzkuren. Artemia können häufig und ungespült verfüttert werden.
Viele Arten bevorzugen eine kräftige Strömung und entsprechend klares, sauberes Wasser. Viel freier Schwimmraum im Vordergrund und eine dichte Bepflanzung zwecks Versteckmöglichkeiten im Hintergrund kommt dem Schwimmverhalten der kleinen Kerle entgegen.
Die erforderlichen Wasserwerte lassen sich vorsichtig verallgemeinern auf mittelhartes Wasser, neutrale bis leicht basische pH-Werte und Temperaturen um 23°C.

Alle Blauaugen sind ausnahmslos Schwarmfische. Eine Zahl von 10 Tieren sollte das Minimum darstellen. Je mehr Tiere es sind, desto wohler fühlen sie sich. Sie zeigen dann ein lebhaftes Schwarmverhalten und sind weniger schreckhaft, ja sogar neugierig. Im Übrigen schließen sich die von mir gehaltenen Pseudomugil furcatus gern und problemlos den etwa gleich großen Iriatherina werneri an. Generell sollten sie aufgrund ihrer Kleinheit nicht mit Fischen vergesellschaftet werden, die mehr als doppelt so groß sind. edit: Wie auch schon im Artikel über die Regenbogenfische erwähnt, kann man mehrere Arten Blauaugen zu einem Schwarm zusammenfassen. Dabei darf aber trotzdem keine Art mit weniger als drei Tieren vertreten sein. Ich habe in einer Tüte mit Gabelschwanzblauaugen versehentlich ein Honigblauauge mitbekommen. Dieses ist mangels Artgenossen nach knapp zwei Wochen eingegangen. Es sonderte sich ab, stellte das Fressen ein und starb kurz darauf. edit Ende

Quellen:
"Blauaugen und Regenbogenfische", Hans J. MAYLAND, Dähne-Verlag, 2000
[link]

Bildquelle: Angela Gjylhasani (guppymama)

Durchschnittliche Bewertung: 10.0 von 10 Punkten - 1 Stimmen

Kommentare

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Fachausdrücke

» Gepostet von guppymama, 02.09.07, 20:45

Dankeschön! :thx:

Ich werde noch ein bisschen an dem Artikel feilen, wurde durchs Telefon unterbrochen. :grins:

Welche Fachausdrücke verstehst du denn nicht? Dann kann ich sie gleich beim Überarbeiten ein bisschen vereinfachen oder erklären.

_________________
Liebe Grüße, Angela

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Kommentar

» Gepostet von pandawelschen, 02.09.07, 17:00

echt informativ!
ich finde deinen artikel echt gut...vllt. ein bissel viele fachausdrück, abe rich bin ebebn nicht von der schlausten sorte was das angeht...
das bild von deinem fisch ist echt hübsch!
der fühlt sich bei dir bestimmt wohl!
mfg ronja


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